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Kultur in Saarburg: Kunstwerk der Woche von Cordula von Heymann

Kultur : Kunstwerk der Woche von Cordula von Heymann: „Ich stehe fest in der kunstgeschichtlichen Tradition“

„Kopistin“ nennt sie sich. Das ist gleichermaßen Selbstironie wie Programm. Nicht dass Cordula von Heymann irgendetwas abmalte oder nachzeichnete. Die Selbstbezeichnung der in Saarburg lebenden und arbeitenden Künstlerin verweist auf ihre tiefe Verwurzelung in der Kunstgeschichte.

Mit deren Bildnissen und Stilen setzt sie sich immer wieder in ihrem Werk auseinander und überschreibt sie zeitgenössisch. „Ich stehe fest in der Tradition der Kunstgeschichte“, sagt die an der Kunsthochschule in Bremen ausgebildete weltläufige Künstlerin. Begonnen hatte alles mit der Zeichnung, zu der dann später die Malerei kam.

Inzwischen hat sich ihr Werk um Objektkunst und Installationen zu einem Crossover Programm erweitert. Verkürzt hat sich dagegen ihr bürgerlicher Name auf den Künstlernamen Cordue. Eine Mischtechnik ist auch ihre während der Pandemie im Rahmen eines Arbeitsstipendiums des rheinland-pfälzischen Förderprogramms „IM FOKUS – 6 PUNKTE FÜR DIE KULTUR“ entstandene Installation „Mobilanden“.

Als eine Art Mobile im Freien, hat die Künstlerin großformatige schwarz-weiße Tuschzeichnungen in Stahlrahmen an Bäume gehängt. Einmal mehr reflektiert sie darin kunstgeschichtliche Quellen. In der Verbindung aus Malerei und Zeichnung, Figuration und Abstraktion sind barocke Vorbilder unverkennbar. Es ist Velasquez berühmte „Infantin“, die durchs Bild scheint. Leicht schweben die Blätter im Wind. Der Leichtigkeit der Luftbewegung scheint sich das dünkle strenge Schwarz der Tusche zu widersetzen. „Ich mag den Kontrast“, sagt Cordue. Genauso mag sie das industrielle unprätentiöse Material der Stahlrahmen.

„Seit jeher bin ich eine Anhängerin der Arte Povera“ erklärt die Künstlerin. Also jener Kunst , die ihre gestalterischen sparsamen Mittel aus dem Alltäglichen, aus Fundstücken und sogar aus Weggeworfenem recycelt. Für Cordue ist die Kunst ohnehin ein ewiges Experimentierfeld, in dem sie unentwegt Neues erprobt. Cordues künstlerisches Engagement geht mit sozialer Sensibilität einher. Nicht zuletzt ist für sie Kunst ein Mittel sich gesellschaftlich zu engagieren.

So hat sie während der Kontaktbeschränkungen des Lockdowns die Böden kleiner Schachteln mit den Porträts von Enkeln, Nichten, Neffen und anderen Kindern bemalt, deren in Heimen untergebrachte Großeltern oder Verwandte keinen Besuch von ihren Angehörigen erhalten konnten. In der Benefiz-Aktion „Lilien für Trier“ die fortgesetzt wird, setzt sie sich in einer Bilder-Serie mit Albrecht Dürers „Lilie“ auseinander. Der Erlös geht an die Opfer der Horrorfahrt. „Ich will mit solchen Arbeiten auch einen sozialen Beitrag leisten“-so Cordue.

Kontakt: 0)6581 - 99 73 22.