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Kulturzentrum Tufa: Stellvertretende Geschäftsführerin berichtet von der Arbeit

Kulturmacher : Kulturzentrum Tufa - „Nächste Baustelle: Viez“

Als stellvertretende Geschäftsführerin der Tufa muss Jana Schröder vielseitig sein.

„Wir arbeiten oft dann, wenn andere Leute frei haben“, sagt Jana Schröder – und das hört sich kein bisschen bedauernd an. „Ich habe es bis jetzt noch nicht bereut“, fügt sie hinzu und man glaubt es ihr sofort. Seit zweieinhalb Jahren ist sie stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturzentrums Tufa e. V. und fühlt sich rundum wohl in ihrem Job.

Die aus Mayen bei Koblenz stammende 29-Jährige ist seit 2011 in Trier und hatte bereits während des Studiums der Kunstgeschichte und Germanistik reichlich Gelegenheit, die Kulturszene kennenzulernen. Unter anderem betreute sie während dieser Zeit den Ausstellungsbereich an der Europäischen Kunstakademie, aber auch als Deutschlehrerin hat sie schon gejobbt. „Dass das mit einer festen Stelle im Kulturmanagement in so jungen Jahren schon klappt, hätte ich nicht gedacht. Aber letztlich habe ich alle Kompetenzen mitgebracht, die in der Tufa gefragt waren. Die Stadt und die Tufa haben mir das als junger Frau zugetraut“, sagt Jana Schröder nicht ohne Stolz.

Die Organisation eines Dachverbandes, der mittlerweile 33 Vereine umfasst, ist nicht allein mit typischem Bürokram zu stemmen. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Teneka Beckers auf die Anliegen der Mitglieder einzugehen und nach Lösungen zu suchen, macht einen Teil der Arbeit aus. Hinzu kommen Finanzcontrolling, Budgetplanung und Projektmanagement, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Online-Marketing. „Es macht den Job aus, dass man zwischen vielen unterschiedlichen Bereichen hin- und herswitchen muss.“ Das sei eine besondere Herausforderung.

„Die Tufa ist gut vernetzt und man lernt so viele unterschiedliche Menschen kennen“, findet Jana Schröder, die auch „bei Wind und Wetter“ mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Als Ansprechpartnerin für Künstler, die ihre Bilder in der Tufa ausstellen möchten, lässt sie ihre fachliche Meinung einfließen. Mit einem Gremium aus den Tufa-Kunstvereinen werden die Ausstellungsbewerbungen besprochen. Zusammen wird dann beschlossen, ob die Kunstwerke ausgestellt werden. „Da gibt es keine festen Kriterien, es kommt auf die Qualität der Arbeiten an“, erklärt die 29-Jährige, die ein Ziel vor Augen hat: „Als Kunsthistorikerin habe ich die Motivation, die Ausstellung und die Repräsentation der Räumlichkeiten in der Tufa weiterzuentwickeln. Ein bisschen schade finde ich, dass mir manchmal die Zeit fehlt, um mich den einzelnen Künstlern umfassender zu widmen.“

Das Tufa-Team sei großartig und man helfe sich gegenseitig, versichert Jana Schröder. Und wenn Not am Mann sei, säße sie – wie Teneka Beckers auch – schon mal an der Abendkasse und verkaufe Tickets. Bleibt bei so vielen Aufgaben Zeit für Hobbys? „Museumsbesuche – egal wo ich hinfahre!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Außerdem ist sie an Grafikdesign interessiert und entwirft Etiketten am Tablet, die ihr weiteres Hobby betreffen: Sie braut Bier! Das habe sich in den letzten anderthalb Jahren entwickelt, erzählt sie. „Aber die Tufa-Kollegen habe ich noch nicht auf meiner Seite – das sind alles Vieztrinker“, sagt sie lachend.

Aber für dieses Dilemma hat sie eine Lösung: „Das wird meine nächste Baustelle: Viez herstellen für die Kollegen.“