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Düsseldorf
Kunsthallen-Chef: "Polke hat mit mir nicht gesprochen"

Düsseldorf. Gregor Jansen, Leiter der Kunsthalle Düsseldorf, weist die Vorwürfe zurück: Georg Polke, Sohn des 2010 gestorbenen Künstlers Sigmar Polke, hatte kürzlich bei einer Pressekonferenz im Leverkusener Museum Morsbroich behauptet, er habe die dort eröffnete Ausstellung mit Fotografien seines Vaters zuvor der Kunsthalle Düsseldorf angeboten, doch man habe abgewinkt mit der Begründung "keine Zeit".

Jansen sagte nun unserer Redaktion: "Herr Polke sagt nicht die Wahrheit." Er habe weder mit ihm, Jansen, noch mit Mitarbeitern des Hauses gesprochen - und das, obwohl die Kunsthalle angefragt hatte, ob sie für die im vorigen Jahr gezeigte Schau "Singular/Plural" Arbeiten von Sigmar Polke bekommen könne.

In Leverkusen sind zurzeit 500 Schwarzweißfotografien Sigmar Polkes aus den 70ern und vom Anfang der 80er Jahre zu sehen, von denen sein Sohn sagt, er habe sie vor zwei Jahren daheim im Keller gefunden und sie seien nun zum größten Teil erstmals öffentlich zugänglich. Die Schau in Leverkusen läuft noch bis zum 2. September. Sigmar Polke (1941 bis 2010) gilt neben Gerhard Richter als einer der Giganten der deutschen Nachkriegskunst.

(bm)