1. Nachrichten
  2. Kultur

Kunstwerk der Woche – Der Bildhauer Jürgen Waxweiler

Kunstwerk der Woche – Der Bildhauer Jürgen Waxweiler : Kopf über Kopf

Weit reicht der Blick ins Land. Als Mahner, Wächter oder nur als  Verheißung  schöner Aussichten, so wie am Stadtpark in Wittlich, stehen Jürgen Waxweilers Kopf-Skulpturen über die Region hinaus in Landschaften, in privaten Räumen oder vor Unternehmen.

Das menschliche Haupt ist seit Jahrzehnten das zentrale Motiv im Schaffen des 1962 in Wittlich geborenen umtriebigen Bildhauers.

Bereits im Studium an den Kunstakademien in München und Dresden  hatte sich der Künstler mit dem Menschenbild beschäftigt. Damals ging es um das Porträt. Dem Menschen und seinem Kopf-Bild blieb Waxweiler treu.

Längst hat sich allerdings seine künstlerische Auseinandersetzung vom Konkreten zum Grundsätzlichen hingewandt. Längst geht  es dem Bildhauer nicht mehr um das Bild eines identifizierbaren Menschen, sondern um das Bildnis als Symbol. „Für mich ist der Kopf eine autonome Bildnisform“, sagt Waxweiler. Eine Form, die er unbeirrt durchdekliniert und für die er einen Typus entwickelt hat, der unverkennbar seinen Schöpfer verrät.

Als Zentrale des Denkens und der Wahrnehmung ist der menschliche Kopf dem Bildhauer ein dynamisches, dialogisches  Motiv. „Wir sehen den Kopf an und der Kopf sieht uns an“, erklärt der Künstler. Vielfältig wie die menschliche Gesellschaft ist auch die Kopf-Gemeinschaft, die sich in Waxweilers Werk und im hauseigenen Skulpturengarten in Traben-Trarbach versammelt, wo der Künstler seit langem lebt und arbeitet. Einäugige Zyklopen hat der Bildhauer geschaffen. Blinde Seher, Doppelungen, Spiegelungen und Zwillingsköpfe sind darunter. Selbst die Missbildungen der Natur, wie sie in medizinhistorischen Museen ausgestellt werden, versammeln sich in Waxweilers  künstlerischem Universum. Von kleinen Arbeiten bis zu tonnenschweren monumentalen reichen die Formate.

Ein Großteil  der Skulpturen ist aus regionalem Sandstein geschaffen. „So ein Steinbruch ist für mich Inspiration“ berichtet der Bildhauer. Manche der Köpfe präsentieren sich als Bildnisse fremder Kulturen. So wie die Skulpturen , die im südafrikanischen  Johannesburg entstanden sind.

Von 2011 bis 2018  unterhielt der Bildhauer dort einen zweiten Wohnsitz. Nicht nur bildhauerische Werke,  neue Erfahrungen und Eindrücke brachte der Künstler aus Südafrika mit, sondern auch einen eigenen Gedichtzyklus. Es habe ihn einfach „in den Fingern gejuckt“, festzuhalten, was er an großstädtischem Leben, auf Reisen und in der Natur empfunden  und erlebt habe.

Wie anderen Kollegen, fielen auch Waxweiler infolge der Pandemie etliche Ausstellungen aus. Sein hauseigener Open-Air Skulpturengarten, konnte zum Glück meist geöffnet bleiben. Seit Jahren gehört er als internationaler Treffpunkt mit Waxweilers Atelier-und Galeriehaus im historischen Turm zum festen Kulturangebot der Moselstadt.

Kontakt: waxweilerskulpturen.de