1. Nachrichten
  2. Kultur

Kunstwerk der Woche: Ein Knäuelbild von Daniel Hermann

Daniel Hermann : Kunstwerk der Woche: Von der kreativen Muße der Pandemie

Nicht nur Stillstand hat Corona bei Künstlern verursacht. Viel Zeit habe er während der Pandemie zum Malen gehabt, sagt auch Daniel Hermann. Eine Muße, die dem Künstler geradezu von existentieller Bedeutung war bei der Vorbereitung auf seine aktuelle Ausstellung „Zwillinge“  in der Trierer Tufa.

„Ich bin dankbar, dass ich so viel mehr Zeit hatte und dabei Schritt für Schritt ohne Stress  erledigen konnte“, erklärt der Maler. Entstanden sind so in aller Ruhe 15 neue Arbeiten. Das Thema Corona selbst anzugehen, sei ihm hingegen schwergefallen, berichtet Hermann.  

Lediglich mit einem einzigen düsteren dunkelgrauen Acryl-Gemälde reagierte der Künstler unmittelbar auf das Virus, dem aber gleich  ein  hellgraues  Pendant den Schrecken nimmt. Überhaupt wollen Hermanns Bilder per se Muntermacher sein, die motivieren und Freude bereiten, in einer ohnehin problematischen Welt voller Verwerfungen. Dabei drückt sich der in Pantenburg bei Manderscheid lebende Maler seit jeher in Farbe und Geste aus. Der gebürtige Württemberger war jahrelang als Musiker aktiv. Bis heute höre er beim Malen Musik hat er einmal berichtet. Seine große Nähe zur Klangwelt wird auch in seinen Bildern sichtbar. In  Hermanns abstrakten Gemälden wird Seelen-und Geistesleben  zum heiteren, bisweilen stark rhythmischen Farbklang. Immer wieder stellt der Künstler Bilder als „Zwillinge“ einander gegenüber – so auch in der Tufa-Schau –  wobei  spannungsreiche Bildpaare entstehen. Während der Pandemie hat sich der Künstler mit plastischen Arbeiten von der Fläche in den Raum gewagt. Seine so genannten „Knäuelbilder“ sind materialstarke Arbeiten, bei denen er zusammengeknäultes Papier mit der Last des eigenen Gewichts zusammendrückt. „Mich interessieren die Falten und Linien, die sich dabei bilden“, sagt Hermann über die so entstandenen reliefartigen Bilder. Die in der Pandemie erarbeitete Ausstellung  können Besucher noch bis 30. Januar in der Tufa besichtigen. Übrigens: Zur Freude will auch das Ausstellungsprojekt selbst beitragen. Die Hälfte des Erlöses aus verkauften Bildern geht an den Verein ALEA e.V., der international  Nothilfe leistet und soziale und medizinische Projekte fördert.

Kontakt: Tel.: 0171/5270363, Ausstellung Tufa: Di., Mi. und Fr.: 14 bis 17 Uhr, Do 17 bis 20 Uhr,Sa., So. und Feiertage: 11 bis 17 Uhr.

Eva-Maria Reuther