Popmusik: Läuft bei ihm! Jetzt wird durchgestartet

Popmusik : Läuft bei ihm! Jetzt wird durchgestartet

Cymo alias Simon Adrian ist der seit vielen Jahren erste Popmusiker aus Trier, den eine große Plattenfirma unter Vertrag genommen hat.

Ein Trierer Popmusiker mit Vertrag bei einer großen Plattenfirma? Das gab es zuetzt 1994/95. Damals gelang der Band Sev:N:Inch der Coup, von einem Branchengiganten (in jenem Fall Sony) unter die Fittiche genommen zu werden.

25 Jahre später ist es wieder soweit. Warner meldet die Verpflichtung von Cymo. Hinter diesem Künstlernamen steckt Simon Adrian. „Aber so nennen mich eigentlich nur Leute aus ganz alten Trier-Zeiten und spätere Arbeitskollegen und Kunden“, lacht der 28-Jährige. Cymo wurde 2006 „geboren“, als Adrian nach Nordwales ging, um seine Schullaufbahn abzuschließen. Ein Kunstwort, das den walisischen Begriff für „Laune“ und die englische Aussprache des bürgerlichen Vornamens kombiniert.

Damals ahnte er schon, dass er das Internationale Abitur, das er 2009 ablegte, „für mich persönlich nicht brauchen würde“. Die Schule und das anschließende dreijährige duale Studium (Betriebswirtschaftslehre und Ausbildung zum Bankkaufmann) bezeichnet er heute als „Pflichtteil, vor allem meinen Eltern zuliebe. Ich wollte, seit ich 13 war, Musik machen.“

„Infiziert“ habe er sich bei Toningenieur Volker Gebhardt, der in der Trierer Modern Music School DJ-Unterricht gegeben und in seinem Studio in Gusterath (Kreis Trier-Saarburg) schon für Hip-Hop-Stars wie Cro, Bushido und Azad gemixt hat. „Plötzlich tat sich für mich eine völlig neue Welt auf.“ Mit Peter „Fonty“ Albertz, Soundtüftler aus Wittlich, produzierte er schon vor seiner Wales-Zeit erste eigene Instrumentalstücke. 2010 lernte er den Mainzer Hip-Hop- und Pop-Produzenten Shuko kennen, der ihn fortan förderte. Für Cymos Schaffen ein Quantensprung: „Plötzlich hast du mit Leuten wie Cro zu tun, die sagen: ,Lass uns doch mal was zusammen machen!’“

Die berufliche Karriere von Simon Adrian endete 2015, als er seinen Job bei einer Bank in München an den Nagel hängte, um sich ganz der Musik zu widmen. Zunächst zum „leichten Unmut“ der Eltern, die aber „jetzt, da sie sehen, dass ich mit meinem Ding auf eigenen Füßen stehen kann und das Resultat gut finden, zu Fans geworden sind.“

Die denn auch reichlich Grund haben, stolz auf den Filius zu sein, denn der startet durch. Erster großer Auftrag war die Produktion und Abmischung des Albums „Alles auf Anfang“ T-Zon (2016). Lohn der Arbeit, „die mit diesem einfach großen Künstler enormen Spaß machte und ungemein inspirierte“: Platz elf in den deutschen Album-Charts. Mit T-Zon und Kayef ging Cymo als DJ auf Tour oder trat auf Festivals auf. Inzwischen sind weit mehr als 100 Liveauftritte in dieser Funktion zusammengekommen. „Lampenfieber habe ich immer noch. Dennoch genieße ich es, mit anderen Musikern auf der Bühne zu sein, Kontakt zum Publikum zu bekommen und Reaktionen zu erfahren.“

Der weitaus größte Teil der Arbeit aber spielt sich im Studio ab. Und kann sich hören lassen. 2017 war Cymo auf den Nummer-eins-Alben „Tru“ von Cro und „Anarchie und Alltag“  der Antilopen-Gang vertreten. Eines seiner Highlights des vergangenen Jahres: Im Sommer steuerte er einen Remix zur Nummer-eins-Single „Je ne parle pas français“ von Namika bei.

In eigener Sache hat Cymo bislang vier Singles (auf Spotify) veröffentlicht: smarten, tanzbaren und radiotauglichen Pop, selbst komponiert und produziert, aber mit immer anderen Gesangsstimmen wie Ruby Prophet auf „Gasoline“ oder Chris Heath auf „Monday Morning“. Selbst singen ist für Cymo „derzeit kein Thema. Das können andere viel besser“.

Der Vertrag bei Warner sieht die Produktion von zunächst fünf Singles vor. Die sind derzeit in der Mache. Was genau, wie und mit wem – das will Cymo „noch nicht an die große Glocke hängen. Ich sage nur, dass es geil wird“. Was für jemanden wie ihn, der im Gespräch keine großen Töne von sich gibt, sondern den Ball angenehm flachhält, schon eine bemerkenswerte Ansage ist.

Seiner charakteristischen Linie will er treu bleiben: „Songs machen. die ein positives Gefühl vermitteln“. Und die demnächst dann auch bei großen Sendern laufen, ebenso die dazugehörigen Videos. In den bisherigen ist auch schon mal Freundin Friederike Feltes (23), Profi-Schauspielerin aus Trier-Ruwer, aufgetreten.Cymo lebt derzeit noch in München, zieht demnächst nach Berlin und ist „immer wieder oft und gerne im schönen Trier“.

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