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Landesstiftung fördert Dokumentarfilm über Fan-Kultur von Julian Weinert

Fan-Kultur : Quidditch – eine Fiktion oder ein Spiel?

Die jüngste Dokumentation von Julian Weinert wird von der Kulturstiftung des Landes gefördert. Schon mit zwei Filmen über das Konzentrationslager Hinzert erregte der Filmemacher Aufsehen.

Millionen Kinobesucher zittern mit, wenn Joanne K. Rowlings Romanheld Harry Potter beim Quidditsch dem Goldenen Schnatz hinterherjagt. Millionen Fernsehzuschauer fiebern mit, wenn Sherlock Holmes – gespielt in einer modernen Variante von Benedict Cumberbatch – kniffelige Kriminalfälle löst. Und Zehntausende fiebern wöchentlich mit, wenn sich Perry Rhodan zu einer weiteren Friedensmission auf eine Reise ins Weltall begibt.

Aber die Fantasiewelten werden nicht nur konsumiert, sondern von vielen Fans auch gelebt. Man trifft sich zu Meisterschaften, Foren und Conventions (englisch für Versammlungen), um sich über seine Helden auszutauschen oder um sich im Wettkampf zu messen. Mit ins Reich dieser fiktionalen Figuren tauchen gerne dann auch Wissenschaftler, die dieses Phänomen auch „Fandom“ nennen. Das Kofferwort aus dem Englischen setzt sich zusammen aus „Fan“ und der Endung „dom“, die – aus dem Lateinischen stammend – für das „Haus des Herrn“ (domus dei) steht, die man aber auch mit „Reich“ (zum Beispiel „kingdom“ für „Königreich“) übersetzen kann.

Dieser Bewegung in Deutschland widmet sich Julian Weinert in seinem aktuellen Filmprojekt „Fandom Germany“, das von der Kulturstiftung des Landes Rheinland-Pfalz mit 6 000 Euro gefördert wird. Weinert hat bis 2014 in Trier Medienwissenschaften und Germanistik studiert. Schon während seines Studiums hat der 30-Jährige einen Kurzfilm für den DGB produziert. In „Das Ringen um den großen Preis“ boxen ein Junge und ein Mädchen gegeneinander, frenetisch von ihren Eltern angefeuert: Als Belohnung für den Sieg gibt es einen Kita-Platz.

Aufsehen – auch hier in der Region – erregte der Filmemacher mit zwei seiner Produktionen: „23 Lëtzebuerger Jongen“ adaptiert das gleichnamige Gedicht des luxemburgischen Schriftstellers Wëllem Weis, der es 23 Résistance-Kämpfern, die 1944 im Konzentrationslager in Hinzert erschossen wurden, gewidmet hatte. Dieser Kurzfilm wurde beim International Video Poetry Festival in Athen ausgezeichnet und auf zahlreichen Festivals gezeigt. In dem Dokumentarfilm „Dir sid nët vergiess“ begleitet er eine luxemburgische Schulklasse während eines Besuchs im Konzentrationslager Hinzert. Dabei ging Weinert der Frage nach, wie die Jugendlichen dem Gräuel der Vergangenheit begegnen, und welche Lehren sie aus der Geschichte ziehen.  In der Dokumentation sind Interviews mit Historikern und Zeitzeugen eingebettet, darunter auch eines mit einem der letzten Überlebenden des KZ Hinzert.

„Ich bin politisch und kulturell interessiert. Außerdem habe ich mich auch schon immer antifaschistisch engagiert“, sagt Weinert über seine Motivation zu diesen beiden Filmen. Ein anderes Filmprojekt aus den Anfängen seines Masterstudiums an der Hochschule Mainz verknüpft dieses Engagement mit seinem aktuellen Projekt „Fandom Germany“. In einer Kurzdokumentation macht er sich auf eine Spurensuche: Eugen Salomon, Jude, Mitgründer des 1. FSV Mainz 05 und späterer Vorsitzender des Vereins, war lange Zeit vergessen. Fans des Fußballclubs begannen mit der Recherche zur Person Salomon, auf der Weinert sie begleitete, mit Historikern und Salomons Enkelin sprach.

Und jetzt also Fankultur: „Der Dokumentarfilm ist ein Projekt von mir und meinem Studienfreund Norman Eschenfelder“, sagt Weinert. Gemeinsam spüren sie einem Fan-Phänomen nach. „Viele Menschen lieben fiktionale Helden. Sie fangen an, sich in sie hineinzufühlen und wollen in die fiktionale Welt eintauchen.“ So gibt es etwa in Bingen am Rhein die „Binger Beasts“, die erfolgreich Harry Potters Lieblingsspiel, Quidditch, kopieren. An dieser Gruppe sei spannend, dass man gar kein Fan von Joanne K. Rowlings Zauberheld sein muss, um dieses Spiel zu lieben. Weinert: „Manche stehen nur auf harten, schnellen Sport.“

Diese Distanz der Sportler mache es wiederum möglich, dass man sich in der Fangemeinde kritisch mit der britischen Bestseller-Autorin auseinandersetzt. So war Rowling vergangenes Jahr für Tweets kritisiert worden, die Kritiker als „transfeindlich“ einstuften. Für Weinert ist das ein Beleg für die große Eigendynamik die Fangruppen entwickeln, wenn sie sich von den Urhebern emanzipieren.

Der Trend lässt sich laut Weinert an anderen Communities ebenfalls ablesen. Neben dem Harry-Potter-Universum ist der Dokumentarfilmer noch in die Sherlock-Holmes-Kreise, in den Perry-Rhodan-Kosmos und ins Universum von Star Wars und Star Trek mit der Kamera eingetaucht. „Für die Doku haben wir nicht nur Fans, sondern auch Forscher oder Autoren – wie Andreas Eschbach – interviewt.“

 -+- WG: Aufm_Perry Rhodan_fsc_0809  ------------------------------------------- Von: Frank Schmitt[SMTP:SCHMITT-KLAUSEN@WEB.DE] Gesendet: Freitag, 19. August 2011 06:54:16 An: .Kultur@volksfreund.de Betreff: Aufm_Perry Rhodan_fsc_0809 Diese Nachricht wurde automatisch von einer Regel weitergeleitet. Hallo Frau Großeastroth, wie gestern telefonisch besprochen, anbei vorab mein Artikel und die Fotos zum 50-jährigen Bestehen der Heftromanserie Perry Rhodan. Mit freundlichen Grüßen Frank Schmitt Freier Mitarbeiter Trierischer Volksfreund Wittlicher Str. 9a 54524 Klausen E-Mail: frank@frank-schmitt.de Internet: www.frank-schmitt.de ___________________________________________________________ Schon gehört? WEB.DE hat einen genialen Phishing-Filter in die Toolbar eingebaut! http://produkte.web.de/go/toolbar 50 Jahre Science Fiction-Heftromanserie Perry Rhodan Von Frank Schmitt 120 Zeilen - mit Extra und Foto(s) Titelvorschläge: 50 Jahre Perry Rhodan Ein unsterblicher Weltraumheld Seit 50 Jahren jede Woche ins Weltall Am 8. September
-+- WG: Aufm_Perry Rhodan_fsc_0809 ------------------------------------------- Von: Frank Schmitt[SMTP:SCHMITT-KLAUSEN@WEB.DE] Gesendet: Freitag, 19. August 2011 06:54:16 An: .Kultur@volksfreund.de Betreff: Aufm_Perry Rhodan_fsc_0809 Diese Nachricht wurde automatisch von einer Regel weitergeleitet. Hallo Frau Großeastroth, wie gestern telefonisch besprochen, anbei vorab mein Artikel und die Fotos zum 50-jährigen Bestehen der Heftromanserie Perry Rhodan. Mit freundlichen Grüßen Frank Schmitt Freier Mitarbeiter Trierischer Volksfreund Wittlicher Str. 9a 54524 Klausen E-Mail: frank@frank-schmitt.de Internet: www.frank-schmitt.de ___________________________________________________________ Schon gehört? WEB.DE hat einen genialen Phishing-Filter in die Toolbar eingebaut! http://produkte.web.de/go/toolbar 50 Jahre Science Fiction-Heftromanserie Perry Rhodan Von Frank Schmitt 120 Zeilen - mit Extra und Foto(s) Titelvorschläge: 50 Jahre Perry Rhodan Ein unsterblicher Weltraumheld Seit 50 Jahren jede Woche ins Weltall Am 8. September Foto: g_kultur <g_kultur@volksfreund.d
 Der Schauspieler John Boyega und als Stormtrooper verkleidete Darsteller stehen während der Europa-Premiere des Films «Star Wars: Die letzten Jedi» am 12.12.2017 vor der Royal Albert Hall in London (Großbritannien). Foto: Ian West/PA Wire/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Der Schauspieler John Boyega und als Stormtrooper verkleidete Darsteller stehen während der Europa-Premiere des Films «Star Wars: Die letzten Jedi» am 12.12.2017 vor der Royal Albert Hall in London (Großbritannien). Foto: Ian West/PA Wire/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: dpa/Ian West

Bei der Übergabe des Förderbescheids in Mainz schickte Doris Ahnen, stellvertretende Vorsitzende der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz schon mal Vorschusslorbeeren: „Sein neuer Film befasst sich mit einem Phänomen der Gegenwart. Die wissenschaftliche und gleichzeitig ansprechende Untersuchung von Fankulturen verspricht viele Erkenntnisse und neue Einblicke in ein Themenfeld, das in den letzten Jahren mehr und mehr in den Blick der Forschung gerückt ist.“