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| 13:51 Uhr

Tod mit 65 Jahren
Liedermacher Holger Biege gestorben

Holger Biege ist tot. Foto: Philipp Schulze
Holger Biege ist tot. Foto: Philipp Schulze FOTO: Philipp Schulze
Lüneburg. Der DDR-Liedermacher Holger Biege ist tot. Der 65-Jährige starb am Mittwochabend in einer Klinik in Lüneburg, bestätigte der Musiker Thomas Putensen, ein Freund der Familie, am Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Von Birgit Sander, dpa

Zuletzt war es still geworden um Holger Biege - vor sechs Jahren hatte der Sänger einen Schlaganfall erlitten, war schließlich gelähmt, verlor seine Stimme. Jetzt ist er mit 65 Jahren gestorben.

Doch seine Lieder, die bleiben - etwa „Wenn der Abend kommt“, „Reichtum der Welt“ oder „Sagte mal ein Dichter“. „Er hat gesungen wie ein Gott“, sagt sein Freund und Musikerkollege Thomas Putensen über den Liedermacher, der in der DDR bekannt wurde. Wie auch Biege stammt er aus Greifswald.

Als einen Schock für die Ost-Rockerszene bezeichnete der Rechtsanwalt Joachim Behl den Tod Bieges. Behl war Mitorganisator der drei Geburtstagskonzerte für Holger Biege in Bad Kleinen in Nordwestmecklenburg. Musikerkollegen spielten für ihn und sangen seine Lieder, als Biege schon längst nicht mehr selbst singen konnte.

Der in der DDR bekannte und beliebte Biege hatte 1983 ein Gastspiel genutzt, um mit seiner Familie in West-Berlin zu bleiben. Später zog er nach Hamburg. In Mecklenburg-Vorpommern fand Biege einen Freundeskreis aus alter und neuer Verbundenheit. Im Jahr 2001 entstand die Verbindung nach Bad Kleinen - Behl lud den Liedermacher damals zu einem Konzert dorthin ein.

Das letzte Konzert zum 65. Geburtstag im September 2017 hat Biege genossen. „Er war so glücklich, er war außer sich“, erinnert sich Putensen. Bieges Fan-Gemeinde hatte bis zuletzt Hoffnung. Nicht, dass der Musiker jemals wieder auf der Bühne stehen könnte, aber er habe alles wahrgenommen und habe angefangen, sich wieder zu äußern. Ein Kleinbus habe es ihm und seiner Frau Cordelia ermöglicht, mobil zu sein.

Dann sei der Anruf gekommen, Biege liege im Koma, berichtet Putensen. Er sei noch kurz vor seinem Tod am Mittwoch bei ihm in der Klinik gewesen. Biege lebte zuletzt bei Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, am Mittwochabend starb er in einer Klinik in Lüneburg.

Das von seinen Freunden organisierte Konzert „Musiker singen für Holger Biege“ am 16. Mai auf Rügen wird nun zum Gedenkkonzert. Neben Putensen und Band werden auf dem Hof von Bauer Lange in Lieschow unter anderem Tina Rogers, Bieges Bruder Gerd Christian und der Liedermacher Harald Wandel erwartet.

Putensen ist sicher: „Holger wird bleiben.“ Es sei das Besondere an guter Musik, dass sie an Stärke immer noch zunimmt. Der Musiker sieht Biege in einer Reihe mit Sängern wie Manfred Krug und Udo Lindenberg. „Dass dieser Mann dennoch in diesem Land so wenig vorgekommen ist, spricht für sich“, äußerte Putensen. Die Musikindustrie habe ihn nicht gewürdigt und werde es nicht tun. Bieges Lieder waren Putensen zufolge eigentlich Volkslieder, Geschichten aus dem Leben, mit einem weisen Unterton, gut mitzusingen.

Der NWM-Verlag Grevesmühlen brachte im Herbst das Holger-Biege-Liederbuch „Deine Liebe und mein Lied“ inklusive einer CD mit 18 seiner Hits heraus. „Er ist für uns unsterblich“, sagte Verleger Ulf-Peter Schwarz.