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Porträt
Zwischen Leben und Tod

Bitburg. Marianne Sägebrecht kennt man aus dem Fernsehen und Kino als resolute, bodenständige Frauenfigur. Im April kommt sie zu Herbert Fandels Talk-Runde „Einblicke“ nach Bitburg. Im Gespräch mit dem Volksfreund spricht sie über ihre Wirkung auf Kinder und ehrenamtliche Arbeit im Hospiz. Von Julia Nemesheimer

Wenn Marianne Sägebrecht einmal anfängt zu reden, ist es schwer, sie zu stoppen. Einerseits soll es nicht unhöflich erscheinen. Andererseits ist die Neugierde groß, welche Richtung sie thematisch einschlägt. Denn viel fragen muss man die Sägebrecht nicht – vielmehr gibt sie sich selbst die Überleitung zum nächsten Punkt, der sie gerade bewegt.

Und die 73-Jährige hat viel zu erzählen, schließlich blickt sie auf ein bewegtes Leben zurück. Als Schauspielerin wagte sie erste Schritte bereits zu Schulzeiten mit der Theatergruppe. Dass der Ruf der Bühne sie bis nach Hollywood vor die ganz großen Kameras locken würde, daran hätte sie damals wohl nicht gedacht. Begonnen hat ihre Filmkarriere mit „Zuckerbaby“ und „Out of Rosenheim“ von Regisseur Percy Adlon, der ihr die Rollen auf den Leib schneiderte.

An der Seite von Danny de Vito und Michael Douglas schnupperte die Bayerin dann Hollywoodluft mit „Der Rosenkrieg“. Doch bleiben wollte sie dort nicht. Zu groß sei ihr Wunsch gewesen, in Deutschland ihre Enkelin aufwachsen zu sehen. Stattdessen spielte sie in deutschen Kino- und Fernsehproduktionen.

Momentan kennen sie Kinder besonders in ihrer Rolle der Beda Andersson in der Verfilmung von „Petterson und Findus“. „Wenn die Kinder mich auf der Straße erkennen, ist das Geschrei, aber vor allem die Freude, groß“, meint Marianne Sägebrecht. Besonders, wenn die Kleinen dann Beda zitieren: „Gell, man kümmert sich am besten um sich selbst, wenn man sich um wen anders kümmert.“ Das rührt die Schauspielerin. Doch obwohl sie gerade bei jungen Zuschauern für ihre Rolle in einem Kinderfilm bekannt ist, ist sie nicht ständig vom blühenden Leben umgeben.

Das Gegenteil ist der Fall. Seit vielen Jahren engagiert sich Marianne Sägebrecht beim Hospiz Sankt Joseph in München. Dort liest sie den Pflegebedürftigen Geschichten vor, singt mit ihnen und begleitet sie so auf ihrem letzten Weg. „Ich kam schon sehr früh mit dem Tod in Berühung“, erzählt Sägebrecht. Damals, mit 13, habe sie der katholische Kaplan schon mitgenommen zu letzten Salbungen. „Er meinte immer, ich hätte so eine schöne Stimme und beruhigende Wirkung“, sagt sie. Jetzt ist sie wieder in diesem Bereich tätig.

„Immer mehr Menschen engagieren sich heute ehrenamtlich in der Hospizarbeit.“ Für die 73-Jährige ein schönes Zeichen für die Menschlichkeit und Fürsorge für Pflegebedürftige. Durch die Ehrenarbeit erschaffe man ein viel angenehmeres Umfeld für die Sterbenden. Sie selbst habe keine Angst vor dem Tod. „Heute sind wir ja weit weg von Vorstellungen wie Fegefeuer und Hölle.“ Sie selbst glaube daran, dass „die Seele danach ins Licht geht“. Bald veröffentlicht Marianne Sägebrecht ein Buch. „Ich umarme den Tod mit meinem Leben“ lautet der Titel. Vom Verlag wird es als „das persönlichste Buch der Autorin“ angepriesen.

Viel mehr zu diesen und noch vielen weiteren Themen wird Marianne Sägebrecht sicherlich beim Gespräch mit Herbert Fandel in Bitburg erzählen. „Christian Reinisch, mein Agent, hat das eingefädelt.“ Ihm vertraue sie blind. Mit Reinisch mache sie viele Projekte, unter anderem die Lesung von „Säge bis Brecht“ und arbeite mit ihm seit über 20 Jahren zusammen. Welche Fragen bei „Einblicke“ in Bitburg genau kommen, weiß sie im Vorfeld nicht. Doch Herbert Fandel bereitet sich mit persönlichen Gesprächen und intensiver Recherche darauf vor.

Chancen auf Karten gibt es allerdings keine mehr – „Einblicke“ mit Marianne Sägebrecht war innerhalb eines Tages ausverkauft.

 Die Schauspielerin Marianne Sägebrecht ist im April in Bitburg zu Gast und gibt in der bereits ausverkauften Talk-Runde „Einblicke“ in ihr Leben.
Die Schauspielerin Marianne Sägebrecht ist im April in Bitburg zu Gast und gibt in der bereits ausverkauften Talk-Runde „Einblicke“ in ihr Leben. FOTO: Goran Nitschke