Mosel Musikfestival Blasmusiker Federspiel

Konzerte : Märchenerzähler mit Tuba und Trompete

Das österreichische Ensemble Federspiel beeindruckt in Trier 220 Besucher.

Ausgefallen darf ein Konzertabend ruhig mal sein. Auch beim Mosel Musikfestival. Freunde der ungewöhnlichen Blasmusik sind bei Federspiel auf ihre Kosten gekommen. Denn die Eigenkompositionen der siebenköpfigen österreichischen Band sind in keine Rubrik einzuordnen. Da treffen Jazzelemente und rhythmische Abenteuer wie ein 15/8 Takt aufeinander. Zur Musik von Trompete, Posaune und Tuba mischen sich Jodler und Dudler, Klänge der Zither und für den Normalhörer nicht identifizierbare österreichische Lebensweisheiten als vokale Einlagen, die kaum jemand versteht ohne entsprechende Dialektkenntnisse.

Immer wieder sorgen die Musiker in ihrem Programm namens „Smaragd“ für Überraschungen. Beginnen Stücke so, wie man sie mit der alpenländischen Blasmusik verbindet, dauert es nicht lange, bis es unvermittelt mit Tonfolgen aus der Pop- oder der klassischen Musik weitergeht. Und auch bei gemeinsam gespielten Passagen können die 220 Besucher in der Trierer Europahalle nie sicher sein, ob nicht irgendwo ein keckes kurzes Solo herausblitzt, egal ob von Klarinette, Trompete, Posaune oder Tuba.

Dabei hat jedes einzelne Stück auf der musikalischen Reise von Federspiel über die ganze Erde und durch die Fantasie der Märchenwelten seinen eigenen Charakter. Da kommt die hektische Atmosphäre New Yorks zum Vorschein mit ihrem pulsierenden Rhythmus, bei der die Posaune auf einmal auch als Percussion-Instrument dient. Karibische Klänge verbinden sich mit österreichischen Gstanzln.

 Der geigende Geist Fossegrim aus Skandinavien kommt genauso zu musikalischen Ehren wie eine Oase in der Wüste Ägyptens. Und bei einem Stück, das das Märchen des standhaften Zinnsoldaten aus Hans-Christian Andersens gleichnamigem Märchen musikalisch erzählt, sorgen Klänge aus einer mit Lochstreifen betriebenen Spieluhr für einen zauberhaften Einstieg. Wer bei Blasmusik neue Wege findet und die so hervorragend transportiert wie Federspiel, kann sich des Beifalls sicher sein.

Die Trierer jedenfalls haben die ungewöhnliche Musik des österreichischen Ensembles mit langem Applaus belohnt.

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