Musik : Scharfe Soul-Suppe

Die schwedische Sängerin und Pianistin Ida Sand hat auf ihrem vierten Solo-Album „My Soul Kitchen“ eine superscharfe Soul-Suppe angerührt. Darin bietet sie, die zu den besten Soul-Stimmen Europas zählt, insgesamt zwölf Titel.

Darunter Arrangements bekannter Songs von Soul-Stars wie Al Green, Ray Charles, Stevie Wonder oder auch soulig geprägte Stücke von John Fogerty und Mike Shapiro sowie vier wirklich beeindruckende Eigenkompositionen. Besonders gefallen hat mir davon der Song „Where The Hell Are You“ (2) mit tollen Gitarren- und herrlichen Saxofonpassagen. Als weitere Anspieltipps sind zu empfehlen: „Born On The Bayou“ (6), Sands Version des Creedence-Clearwater-Revival-Hits von 1969, und „It‘s Your Voodoo Working“ (11), ein schnelles Cover von Frederick Sheffields Song aus dem Jahre 1961. „If You Don‘t Love Me“ (10) ist eine schöne Soulballade von Sand selbst, die sie zunächst im Wechselgesang, dann im Duett mit Nils Landgren singt. Unterstützt wird Ida auf ihrem aktuellen Silberling (Gesamtspielzeit rund 45 Minuten) von „Stockholm Underground“, einer Band von fünf skandinavischen Musikern, die auch die Basis von Landgrens „Funk Unit“ legten. Dazu kommt noch Meister Landgren selbst, hier mit Posaune, Gesang und als Produzent, sowie Gitarrist Ola Gustafsson. Hochkarätig halt! 
Jörg Lehn

Ida Sand: My Soul Kitchen. With Stockholm Underground, ACT 9736-2, ACT Music + Vision, München 2018.