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Neues Buch über die Kelten

Trier. Mauern, Bergwerke, Heiligtümer. Was haben die Römer uns nicht alles hinterlassen! Paläste, Theater, Bäder, prächtige Villen. Dass wir heute so viel über ihre Lebensweise wissen, verdanken wir auch ihrer Geschichtsschreibung. Von Anne Heucher
Annemarie Heucher

Dagegen die Kelten, die Vorgänger der Römer? Wir brauchen viel Fantasie, um ihre Hinterlassenschaften allein schon zu erkennen – Hügel im Wald zum Beispiel, die sich als Befestigungswall von vor 2500 Jahren erweisen. Der Raum Mosel-Hunsrück-Luxemburg gehört zum Kerngebiet der Kelten, deren Stämme sich aus einer nomadisierenden Urbevölkerung entwickelt haben. Ihre Relikte, die meist außerhalb heutiger Orte liegen, lassen sich nun noch leichter entdecken.

Der Autor Uwe Anhäuser hat 80 keltische Bergbefestigungen in einem Buch zusammengetragen und stellt sie auf jeweils wenigen reich bebilderten Seiten vor, darunter ein Dutzend aus der Region Trier: der Druidenstein über der Mosel bei Burgen (Bernkastel-Wittlich), der Felshügel des Silvanus bei Fell und Lorscheid, das Oppidum mit Einsiedelei in Kastel-Staadt (beide Trier-Saarburg) oder die Keltenburgen in Luxemburg. Ein Standardwerk soll es sein über das, was man über die Kelten im heutigen Rheinland-Pfalz weiß. Das reicht von der typischen Bauweise einer Pfostenschlitzmauer über den Erzbergbau, den es vor rund 3000 Jahren in der Region gegeben hat, bis hin zu botanischen Raritäten. Zugleich präsentiert der Autor, der selbst an Grabungen beteiligt war, dieses Wissen in einer Art Ausflugsführer, nach Orten gegliedert, mit praktischen Tipps und Wandervorschlägen. Abgerundet wird das Ganze durch Zeittafel, Literaturverzeichnis und Ortsregister. Die Lage der meist wenig bekannten Orte hätte man aber besser kenntlich machen können, zum Beispiel durch eine kleine Karte.

Anne Heucher

Uwe Anhäuser, Vom Druidenstein zum Hunnenring, 80 keltische Bergbefestigungen zwischen Rhein, Mosel, Saar und Vogesen, Leinpfad Verlag 2018, 300 Seiten, 20 Euro.