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Nicholas Müller liest, singt und spricht in Trier über das, was uns allen blüht.

Konzert in Trier : Herr Müller holt die Sense raus

Nicholas Müller tritt kommenden Samstag im Trierer Brunnenhof auf. Er liest, singt und spricht über das, was uns allen blüht und keiner an sich heranlassen will – den Tod. Und ja, es soll lustig werden.

Da wäre er wieder, nach längerer Bühnenpause, und die hatte natürlich auch mit einem Virus zu tun: Nicholas Müller, der 1981 in Prüm geboren wurde, in Daleiden aufwuchs und zuerst mit Jupiter Jones und im Anschluss mit Tobias Schmitz und der gemeinsamen Band „von Brücken“ (muss man immer in Anführung schreiben, sonst wird nicht klar, dass das ein Bandname ist) national und jenseits der Republikränder Erfolge feierte.

Am kommenden Samstag, 22. August, gastiert er um 19.30 Uhr in Trier, auf dem Brunnenhof vor der Porta Nigra. Unter den mittlerweile üblichen, coronabedingten Vorkehrungen, an die sich die erlaubten 150 Besucher halten müssen.

Das Thema des Auftritts? Es passt zur Pandemie, wurde aber nicht ihretwegen ausgesucht: „Es ist ein Abend über den Tod“, sagt der 38-Jährige. Und schiebt kurz darauf hinterher: „Es wird ein schöner Abend. Ein lustiger Abend. Ich nenne es einen bunten Strauß Schwarz.“

 Da ist sein Sarkasmus wieder, da denkt man auch an sein Buch über die Angststörung, die ihm den Ausstieg bei Jupiter Jones und beinah das Karriere-Ende als Bühnenkünstler eintrug. Titel: „Ich bin mal eben wieder tot.“

 Aber es sei doch so: „Das ist das einzige Thema, das für alle gleich ist“, sagt er. Und deswegen eines, bei dem man eigentlich 80 Millionen Gäste erwarten müsste. „Aber ich geh jetzt in Trier nicht von 80 Millionen aus.“

Nein, aber die 150 wären schon gut. Und ja, es soll wirklich ein schöner Abend werden: „Ich kann dem Tod nicht den Schrecken nehmen. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, auf leichte Art damit umzugehen. Man muss über Themen sprechen, die unangenehm sind, um sie ein bisschen weniger unangenehm zu machen.“

Dazu hat er einiges im Programm: Er wird für jeden dieser Auftritte (zwei weitere Termine, heute in Essen und am Mittwoch in Hamburg, sind ausverkauft) eine Kurzgeschichte schreiben und vorlesen. Dann will er mit einem Überraschungsgast über das sprechen, was nun eben einmal allen blüht. Er wird solo musizieren und mit einer Band.

„Ich spiel natürlich ,Still’“, sagt er, „weil’s darin um den Tod geht.“ Das wird er alleine tun, die anderen – lauter befreundete und „tolle Musiker, die sind wirklich sehr variabel“, werden ihn begleiten bei den weiteren Nummern. Nicht nur Eigenmaterial, aber sämtlich zum gleichen Thema.

Es sei eben, sagt er, „ein Abend mit Nicholas Müller und dem, was er kann. Nicht viel – aber für zwei Stunden reicht’s.“

Das glauben wir gern. Nur: wie war das jetzt mit „von Brücken“? Die Band, mit der die Herren Müller und Schmitz vor fünf Jahren so erfolgreich loslegten? Gut verkaufte CD („Weit weg von fertig“), extrem kompetente Co-Musiker, tolle Tournee, zweites Album in Arbeit.

 Sie haben es drangegeben: „Wir haben irgendwann festgestellt: So, wie wir das irgendwann erträumt und konzipiert haben“, sagt Müller, „konnten wir es nicht für immer umsetzen.“ Von Brücken waren ein Großprojekt, mit acht Musikern – und am Ende sei der Aufwand zu hoch gewesen, sagt Müller.

Auch wenn er nicht auftritt, er bleibt beschäftigt. Nicholas Müller wird immer wieder als Texter angefragt: Am vorigen Album von Sängerin Lotte war er beteiligt, zusammen mit Tobias Schmitz, für Gil Ofarims aktuelle CD schrieb er an sieben von zwölf Nummern mit. Und er arbeitet als Dozent.

Genug zu tun. Auch wenn es nicht immer hinhaut: Er verfasste voriges Jahr einen deutschen Text zu Lady Gagas „Shallow“ – für ein Weihnachtsduett von Roland Kaiser und Helene Fischer. „Aber dann haben sie es komplett auf Englisch gesungen.“ Er lacht. Vielleicht werde die Version mit seinem Text ja einmal auf einer CD erscheinen.

Und im kommenden Jahr, sagt Nicholas Müller, werde es noch mehr zu sehen und zu hören geben. Spruchreif sei noch nichts, „aber es wird was Großes, ich freu mich total“. Und die Sensenperson kann erst einmal bleiben, wo der Pfeffer wächst.

„Zum Sterben zu viel – ein Abend mit dem Tod und Nicholas Müller“, Samstag, 22. August, Brunnenhof Trier. Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 26 Euro und sind erhältlich bei Ticket Regional und den kooperierenden Verkaufsstellen.