| 09:29 Uhr

Mönchengladbach
Nickelbacks Rockmaschine bringt Gladbach auf Touren

Mönchengladbach. Eine riesige Digitaluhr füllt die Leinwand hinter der Bühne des Sparkassenparks. 20 Minuten ticken herunter. Währenddessen wird auf der Bühne noch schnell mit einem Wischmob der Schweiß der Vorband "Seether" weggewischt. Dominik Lauter

Fünf Sekunden verbleiben. Jetzt wenden sich auch die letzten Blicke in Richtung Bühne. Jubel setzt ein, als die Uhr auf Null steht. Doch nicht Nickelback selbst stürmen auf die Bühne, sondern ein Werbeclip über einen Film über die kanadische Rockband läuft an. Im Publikum mischt sich Ratlosigkeit in die Euphorie. Dann ist es aber so weit: Zur Lichtshow läuft Frontmann Chad Kroeger mit seinen drei Mitstreitern auf die Bühne, begleitet von den ersten Riffs von "Feed the Machine" - der etwas seltsame Beginn eines unterhaltsamen Konzerts vor 8000 Fans im Mönchengladbacher Hockeystadion, bei dem in erster Linie eines zum Vorschein kam: Nickelbacks unverfälschter Stadionrock und die Liebe zu den Fans.

Musikalisch steht das neue Album aber nicht im Mittelpunkt. Zu viel Spaß haben Zuschauer und Band an den Klassikern. Spätestens beim dritten Song, "Photograph", ist das Eis gebrochen, Menschen erheben sich von ihren Sitzen und klatschen rhythmisch zum Schlagzeugspiel Daniel Adairs. Die Bühne ist ganz im Stile des Album-Covers, mit vielen maschinellen Elementen und weißen und roten Lichtern, gehalten. Bei Hits wie "Far away" oder "Someday" zeigt das Publikum eine Frontmann Kroeger beeindruckende Textsicherheit, was nicht verwundert: Wer Radio hört, kommt an den Songs der Band nicht vorbei, die sich in den Gehörgängen verbeißen.

Interessanterweise ist gerade dieser Hitcharakter der Band bei vielen Rockfans verpöhnt. Die Fans in Gladbach stört es nicht: Die Bandmitglieder kommunizieren mit ihnen. Und so kommt es, dass drei textsichere Fans zusammen mit ihren Idolen "Rockstar" auf der Bühne singen dürfen. Bei der Stimmung und dem Wetter ist es klar, dass nach dem Welthit "How you remind me" am Schluss keiner nach Hause will - und so scheppert zum Abschluss noch eine Zugabe aus den Boxen.