Orchesterkonzert Trier Dies academicus

Orchesterkonzert : Frivoles Vergnügen an der Uni

Philharmonisches Orchester und Opernensemble bringen Offenbachs Operette „Pariser Leben“ mit zum Dies academicus.

Die Töne perlen, lebhaft entschlüpfen sie den Instrumenten, tanzen in die Ohren der Zuhörer. Filigran und spielerisch leicht hört sich an, was den Musikern des Philharmonischen Orchesters Trier und ihrem Dirigenten Wouter Padberg äußerste Präzision und harte Arbeit abverlangt. Und die ist noch nicht zu Ende, zählt doch der kurze Auftritt beim Dies academicus im Audimax der Universität eher als Probe unter realen Bedingungen. Denn auf dem Programm stehen Ausschnitte aus der Operette „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach, die am Samstag, 1. Dezember, im Großen Haus des Theaters Trier Premiere feiert.

Eine gute Wahl: Denn schon die Ouvertüre verbreitet gute Laune. Der Ablauf ist gut gewählt – Gesang- und Instrumentalstücke wechseln sich ab. Das reduziert die Pausen, denn während das Orchester spielt, bereiten sich die Sänger auf ihren Part vor, und es steigert die Spannung. In kurzen, unterhaltsam vorgetragenen Soli stellen sich die Protagonisten vor (Moderation Eva Bunzel) wie Blaise Rantoanina als der reiche Brasilianer. Eva Maria Amann gibt gut gelaunt die kulturinteressierte Baronin Gondremark, wagt den Gang durchs Publlikum. Karsten Schröter, ihr keinen erotischen Abenteuern abgeneigter Gatte, schmiedet mit Carl Rumstadt, dem Lebemann Raoul de Gardefeu, einen Pakt. Ihr Objekt der Begierde, Metella (Janja Vuletic), spielt mit dem Publikum. Auch das Personal (Matthias Bein, Noriko Kaneko, Derek Rue, Dimetrio-Giovanni Rupp, Silja Schindler und Ellie Yoon) zeigt sich stimmgewaltig.

Das Konzert ist zugleich die orchestrale Akustikprobe für das neue Audimax. Hell, freundlich und geräumig empfängt dieses die Gäste. Der Umbau präsentiert eine große Bühne, auf der das Philharmonische Orchester der Stadt mehr als genug Platz hat. Und die Akustik? Die hohen Töne klingen brillant, klar, deutlich – das Textverständnis ist sehr gut. Schwächen zeigt die Akustik allerdings, wenn es um die Klangfülle geht. Fazit: Audimax, Musiker und Sänger haben die Probe bestanden –, nur im Detail muss noch etwas gefeilt werden.

Mehr von Volksfreund