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Klassik / Konzerte
Sinfonische Musik im Doppelpack

 Tritt in Wittlich zusammen mit Pianist Matthias Kirschnereit auf: das Dogma Chamber Orchestra unter Leitung von Mikhail Gurewitsch.
Tritt in Wittlich zusammen mit Pianist Matthias Kirschnereit auf: das Dogma Chamber Orchestra unter Leitung von Mikhail Gurewitsch. FOTO: Veranstalter
Wittlich. „Orchestermärz“ lautet der Titel zweier prominent besetzter Konzerte in Wittlich: eines im Eventum und eines in der Synagoge. Von Martin Möller

Orchestermusik hatte in der Stadt an der Lieser lange Jahre etwas Exotisches. Wenn sich überhaupt mal ein Orchester zu einem Gastspiel in Wittlich herabließ, musste es mit Provisorien wie dem Atrium im Cusanus-Gymnasium vorlieb nehmen. Das hat sich mit der Einrichtung des Eventum radikal zum Positiven gewandelt. Die Aufführung der Alpensinfonie von Richard Strauss mit dem Landesjugendorchester und dem Mainzer Staatsorchester unter Hermann Bäumer im April 2017 hat überzeugend belegt: Dieser Raum eignet sich auch für große Besetzungen.

Ganz so gewaltig wie die Alpensinfonie fällt die Sinfonik beim „Orchestermärz“ am 8. März, 19 Uhr, im Eventum nicht aus. Im zweiten Konzert am 30. März, gleichfalls 19 Uhr, genügt sogar das Podium der Synagoge für das Dogma-Kammerorchester. Beide Konzerte verlegen sich nicht auf Monumentalwerke. Sie präsentieren zwei Programme, die beide einen Vorzug haben: Sie sind vielfältig und bringen doch diese Vielfalt jeweils unter einen Hut. Konzert eins (8. März) steht unter dem Motto „Aus Böhmen und Mähren“. Das passt einigermaßen zum Motto „Heimat“ im diesjährigen Kultursommer Rheinland-Pfalz.

Das Konzertprogramm umfasst Werke von Smetana, Josef Suk und Leos Janacek. Im Mittelpunkt steht Antonin Dvoraks bedeutendes und anspruchsvolles Cellokonzert. Solist Julian Steckel studierte unter anderem bei Cello-Größen wie Gustav Rivinius, Boris Pergamenschikow und Heinrich Schiff. Er gewann 2010 den renommierten ARD-Wettbewerb und erhielt in der Sparte „Nachwuchskünstler“ die begehrte „Echo“-Auszeichnung. Partner ist die Neue Philharmonie Westfalen, seit 1996 Orchester am Gelsenkirchener „Musiktheater im Revier“. Und mit  Roman Brogli-Sacher steht ein international erfahrender Dirigent am Pult.

Konzert zwei (30. März) richtet sich an die Freunde leiserer Töne. Mozarts Klavierkonzert KV 415 und Mendelssohns Streicher-Jugendsinfonie Nr. 12 sind dabei fraglos Kostbarkeiten. Wie die Orchesterfassungen von Beethovens f-Moll-Streichquartett op. 95 und Samuel Barbers Streichquartett-Serenade op. 1 in diese stilistische Umgebung und in den Raum der Synagoge passen, wird sich zeigen.

Solist bei Mozart ist Matthias Kirschnereit. Der Pianist war unter anderem Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs in Bonn, des Concours Géza Anda in Zürich sowie des Internationalen Australischen Klavierwettbewerbs in Sydney.  Für die Ersteinspielung eines rekonstruierten Klavierkonzerts in e-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy erhielt Kirschnereit 2009 den „Echo Klassik“. Seit 1997 ist  er Professor  an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock.

Begleitet wird er vom Dogma Chamber Orchestra. Das wurde von seinem Leiter Mikhail Gurewitsch im Jahr 2004 gegründet. Durch  die Moderation seines Leiters will es die Distanz zu den Hörern überbrücken. Das Konzert soll keine Einbahnstraße sein, sondern ein Dialog. Jedenfalls versprechen die Orchesterversionen bei Beethoven und Barber interessante Hör-Erlebnisse.

„Orchestermärz“  in Wittlich. Konzert Nr. 1 am 8. März, 19 Uhr, im Eventum. Motto: „Aus Böhmen und Mähren“. Kompositionen von Smetana, Dvorak, Suk und Janacek. Julian Steckel, Violoncello, Neue Philharmonie Westfalen, Leitung Roman Brogli-Sacher.
Konzert Nr. 2  am Samstag, 30. März, 19 Uhr, in der Synagoge. Werke von Barber, Mozart, Mendelssohn und Beethoven. Matthias Kirschnereit, Klavier, Dogma Chamber Orchestra, Leitung Mikhail Gurewitsch.
Karten gibt es bei Ticket regional.