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Lesung: Overbeck hat wieder begeistert

Lesung : Overbeck hat wieder begeistert

Der Schauspieler Roland Jankowski hat im fast vollbesetzten großen Saal der Tufa Kurzkrimis unter dem Motto „Wenn Overbeck (wieder) kommt“ gelesen.

Vor eineinhalb Jahren war er erst da und jetzt hat er schon wieder vor fast vollem Saal gelesen: Roland Jankowski. Mit seiner ruhigen und unaufgeregten Art hat er sich in der Vergangenheit viele Freunde in Trier und Umgebung gemacht. Dazu passt, dass er für seine Lesung im großen Saal der Tuchfabrik nichts weiter braucht, als einen Tisch, eine Lampe, ein Glas Wasser, ein Mikrofon und natürlich ein Buch.

Zur Einstimmung gab es einen „Gruß aus der literarischen Küche“ mit einem Krimi-Gedicht von Peter Gerdes, das kurz, knackig und gereimt eine Mordgeschichte erzählt. Ansonsten hat der bekannte Schauspieler, der vor allem durch seine Rolle als Kommissar Overbeck in der Krimiserie Wilsberg deutschlandweit bekannt ist, Kurzkrimis für die Trierer im Gepäck.

Einer handelt von einer missglückten Affäre, bei der eine Ehefrau ihrem Mann kräftig eins auswischen will, aber schließlich selbst in große Schwierigkeiten gerät.

Die verschiedenen Rollen der Geschichte spricht er sehr bildhaft mit seiner angenehm tiefen Stimme. Er schaut ins Publikum, und wenn es die Szene brauchen kann, haucht er, spricht schneller, zieht eine Augenbraue hoch, reibt sich das Kinn oder die Hände. Auch bei der Betonung der einzelnen Worte, den zielgenauen Pausen und der Satzmelodie zeigt sich der Profi. Wenn er beispielsweise den Satz sagt: „Das tat weh“, bringt er jedes Wort auf den Punkt, mit dem gleichen Nachdruck und einer gleich langen Pause dazwischen. Man könnte seine Sprechweise auch in einem Notensystem notieren und von einem Orchester untermalen lassen.

In einer weiteren Geschichte geht es um einen Auftragskiller mit einer Vorliebe für Leipziger Allerlei. Neben dem dass er einem „Killer-Azubi“ erklärt, auf was man beim Morden achten muss, bringt er ihm auch näher, wie man ein perfektes Leipziger Allerlei zubereitet. Das Verwegene dieser Person, bringt Jankowski sehr gut rüber, indem er cool und abgezockt spricht, mit Zwischentönen, Fülllauten und einige Worte zieht wie Kaugummi. Seine Art zu Lesen regt die Phantasie an. Wenn sich die Hauptperson beispielsweise in der Wohnung des Opfers befinden, glaubt man sich schon selbst dort, sieht die Möbel, die Art der Einrichtung und wie auf dem Herd ein Topf mit, wie könnte es anders sein, Leipziger Allerlei steht.

Neben dem reinen Lesen ist es Roland Jankowski wichtig, den Menschen zu sagen, dass sie ihre Bücher lokal, beim Buchhändler einkaufen sollen. In Trier schafft er selbst die Voraussetzungen dafür.

 Die Bücher, aus denen er liest, kann man in der Pause und nach der Lesung auf einem Büchertisch anschauen und erwerben. Dazu hat er eine inhabergeführte Buchhandlung aus Trier als Kooperationspartner gesucht und gefunden.

Viel Zeit verbringt er mit den 220 Besuchern. Er gibt Autogramme, signiert Bücher und macht mit jedem, der möchte, ein Foto. Aufgeregten Menschen hilft er gelassen und freundlich den Auslöser ihrer Kamera zu finden, berichtet, dass er gerade im Urlaub war und fragt geduldig nach Signierwünschen.

Viele der Trierer Besucher würden sich freuen, wenn er ein weiteres Mal käme, so wie es sein Motto „Wenn Overbeck (wieder) kommt“, sagt.