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Retrospektive für Adolf Kuborn an der Alten Schule in Wawern

Kunst : Retrospektive für den Künstler Adolf Kuborn

Die Alte Schule in Wawern zeigt an diesem Wochenende Werke des im Januar verstorbenen Malers.

Er machte nie großes Aufsehen um seine Person. Die künstlerische und kunstpädagogische Arbeit von Adolf Kuborn vollzog sich meist im Stillen – zunächst in der damaligen Trierer Fachhochschule, wo er seit 1971 als Dozent und seit 1973 als Professor in den Fächern Kommunikationsdesign und Fotografie wirkte. Seit seiner Pensionierung war dann die Alte Schule im abgelegenen Wawern sein künstlerisches Domizil. Am 30. Januar 2020 ist Kuborn dort gestorben. Er wurde 85 Jahre alt.

Zwei Tage lang, am 24. und 25. Oktober, jeweils 10 Uhr bis 18 Uhr, erinnert in Wawern ein „offenes Atelier“ an den umfassend gebildeten Künstler, der sich keineswegs auf seine Lehrfächer beschränkte. Der Blick in seine Werkstatt mit rund 1800 Gemälden, Zeichnungen und Objekten ganz unterschiedlicher Kunstgattungen offenbart vielmehr eine Universalität, die erstaunt. Im Ausstellungsraum, vormals ein simples Klassenzimmer, vermitteln die an allen Wänden aufgestellten Exponate etwas Vielperspektivisches – wie eine Summe unterschiedlicher Wege, die alle aus dem Atelier herauszuführen scheinen. Adolf Kuborns Vorliebe für Ortswechsel und für ausgedehnte Reisen hat sich in dieser Konfiguration treffend manifestiert. Provence, Marokko, Sizilien, Israel, Ägypten, Kanarische Inseln sind denn auch Kuborns künstlerische Lieblingsthemen gewesen, und nicht zufällig fanden in Südfrankreich über Jahre hinweg seine Malkurse statt. Tochter Martina Kuborn hat die aktuelle Ausstellung betreut, und das mit einem eindeutigen Ziel: „Ich möchte, dass der Name Adolf Kuborn nicht in Vergessenheit gerät.“

Alle, denen der Künstler unbekannt ist, sind eingeladen, sich von dessen künstlerischem Niveau zu überzeugen, und alle, die Adolf Kuborn kennen, erhalten Gelegenheit, sich an Ort und Stelle an ihn zu erinnern.