Stadtkultur: Rettet das Exhaus! - Trierer Kulturzentrum braucht Hilfe

Stadtkultur : Rettet das Exhaus! - Trierer Kulturzentrum braucht Hilfe

Unterstützer des Exhauses suchen Ideen für die Rettung der Einrichtung. Ohne eine langfristige Lösung kann der Verein die Löhne der 50 Mitarbeiter womöglich bald nicht mehr zahlen.

Das Jugend- und Kulturzentrum Exhaus in Trier-Nord zählt laut Stadtverwaltung bundesweit zu den größten Einrichtungen seiner Art in freier Trägerschaft. Seit über 40 Jahren selbstverwaltet, strömten jährlich rund 90 000 Besucher zu den Veranstaltungen. Doch seit 2015 ist die Kapazität aufgrund von Brandschutzauflagen stark eingeschränkt (siehe Info). Der Trägerverein ist wegen der eigenen Insolvenz (der TV berichtete) und anstehender Umbauarbeiten auf Hilfe angewiesen. Deshalb trafen sich am Mittwochabend rund 60 Unterstützer unter dem Motto „AG: Exhaus bleibt! Das Exhaus-Supporter-Treffen“ und sammelten Vorschläge, die dem Verein aus der finanziellen Notlage helfen sollen.

3,6 Millionen Euro stehen insgesamt für die Verbesserung der Sicherheit bereit. Vor sechs Wochen hat die Vorbereitung der Bauarbeiten begonnen. „Es geht jetzt endlich los“, teilt Thomas Endres, Vorsitzender des Vereins, erleichtert mit. Gleichzeitig richtet er sich nach einer Führung durch die Räume mit seiner Bitte an die Teilnehmer des Treffens:  „Wir brauchen trotz des bereitgestellten Gelds noch eure Hilfe. Die Arbeiten werden auf jeden Fall mindestens noch ein Jahr dauern, in dem die Besucherzahl weiterhin auf 100 Leute beschränkt bleibt. Bisher können wir die Löhne der Angestellten noch bezahlen, aber langfristig muss eine andere Lösung her.“ 50 Mitarbeiter sind im Exhaus tätig, davon rund 60 Prozent auf geringfügiger Basis.

Es gehe dabei zum Beispiel um Helfer, die ehrenamtlich für ein paar Stunden T-Shirts oder Getränke auf einem Konzert verkaufen können. „Wenn jemand in einer Band spielt und umsonst bei uns auftreten würde, kann er sich ebenfalls gerne bei uns melden“, sagt Endres. Das Exhaus sei generell immer offen dafür, Nachwuchsbands die Bühne zur Verfügung zu stellen und ihnen dadurch eine Auftrittsmöglichkeit zu verschaffen.

Die Bauarbeiten im Balkensaal haben begonnen. Tontechniker Daniel Wintrich (auf der Leiter) legt mit Hand an. Foto: Marlene Bucher

Auf solchen Konzerten haben Besucher jetzt auch die Möglichkeit, ihr Pfand an das Exhaus zu spenden. Das sei zwar nicht viel, so Endres, aber jeder Cent zähle. Außerdem seien auch alle Ideen willkommen, die zur weiteren Verbreitung der Kampagne „Werde Exfreund/in!“ beitrage.

Diese fordert Unterstützer des Exhauses auf, für das Exhaus zu spenden oder ein T-Shirt mit dem Motiv „Exfreund“ oder „Exfreundin“ (siehe Grafik) zu kaufen. Dadurch wird auf der Straße und in den sozialen Netzwerken Aufmerksamkeit erzeugt, und der Erlös geht an den Verein. Die T-Shirts gibt es im Exhaus selbst und im Trierer Tante-Guerilla-Laden (Fleischstraße 44) zu kaufen.

Prominente wie Guildo Horn und Nicholas Müller (Band von Brücken und Ex-Jupiter-Jones) bekennen sich öffentlich als Exhaus-Freunde. Auf der Facebook-Seite „Rettet das Exhaus“ schreibt Oliver Thömmes: „Meine Frau und ich haben beste Erinnerungen an das Exhaus in Trier. Wäre schön, wenn noch möglichst viele junge Menschen auch in Zukunft noch die Chance auf Erinnerungen bekommen.“

Vereinsvorsitzender Thomas Endres erklärt: „Natürlich wird das hier keine Generalsanierung, nur ein Umbau. Tapezieren, Streichen und optische Verbesserungen sind Eigenleistungen von unserem Verein.“ Das Exhaus werde aufgrund seiner weitreichend bekannten Kulturveranstaltungen häufig hauptsächlich als Kulturverein wahrgenommen. Jedoch betont der Vorsitzende, dass das Zentrum mit dem Kinderhort mit 45 Plätzen, dem Jugendtreff und weiteren pädagogischen Angeboten noch viel mehr zu bieten habe.

Im Sommer wird es wieder zahlreiche Konzerte auf der Sommerbühne geben, bei denen Sympathisanten ganz einfach helfen können, indem sie die Musikveranstaltungen besuchen und gemeinsam für das Exhaus feiern.

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