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Jazz / Konzerte
Rubys off Zone: West Side Story und sphärische Klänge

 Bernd Lechtenfeld kann mit der Posaune zwei Töne gleichzeitig erzeugen.
Bernd Lechtenfeld kann mit der Posaune zwei Töne gleichzeitig erzeugen. FOTO: Clemens Sarholz
Trier. Die West Side Story und sphärische Klänge, Effekte, „mit dem intimen Charakter akustischer Musik“ prägten das Konzert der Reihe  Rubys off Zone am Donnerstag im Brunnenhof. Von Clemens Sarholz

(csar) Im Brunnenhof steht am Donnerstag Operation Tandem auf der Bühne. Robert Mensebach an der akustisch-verstärkten Gitarre und Bernd Lechtenfeld an der Posaune. Eine ungewöhnliche Duo-Besetzung, und zwischendurch wünscht man sich noch ein Rhythmusinstrument für ein bisschen mehr Schwung. Aber vielleicht gibt es das Programm nicht her. Zum 100. Geburtstag von ­Leonard Bernstein liefern die beiden verjazzte Interpretationen aus dem Musical „West Side Story“. Die Musik ist wohl etwas für geübte Jazzhörer. Lechtenfeld arbeitete schon mit Udo Jürgens zusammen, Mensebach ist studierter Jazzgitarrist. Die beiden wissen also, was sie tun. Woran liegt es, dass man manchmal das Gefühl hat, sie würden nicht immer zusammenspielen?

Mensebachs Begleitung: unprätentiös, sympathisch. Ab und an liefert er ein Solo. Dabei summt er mit und unterstützt sich selbst mit rhythmischem Gesang. Lechtenfeld nutzt zwischendurch eine Technik, die es ihm erlaubt, gleichzeitig zwei Töne auf der Posaune zu spielen. Sein Ton ist weich, voller Schmelz, und im nächsten Augenblick dreckig. Georg Ruby, Veranstalter, Jazzmusiker  und Musikprofessor, sagt, Lechtenfeld sei „einer der besten Posaunisten Europas.“

Barbara Barth und Manuel Krass stehen als Nächstes auf der Bühne. Barth ist eine hochgelobte Jazzsängerin. Die beiden nutzen Klangeffekte, um eine sphärische Atmosphäre zu erzeugen. So auch ihr Name: „In Spheres.“ Das schaffen sie. Dabei behalten sie den „intimen Charakter der akustischen Musik“, so Ruby. Sie spielen Interpretationen von Volksliedern, bekannte Songs oder eigene. Mal gibt es Schnulzen, mal etwas zum Knabbern, immer etwas zum Nachdenken. Die Emotionen, die die beiden freisetzen, sind gemischt. Sie intonieren Schmachtfetzen wie „Windmills of your Mind“ von Michel Legrand oder Tom Waits „Flower´s Grave“. Die erkennt man nicht unbedingt wieder. Außer man hört auf die Texte. Das Publikum ist ergriffen.