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Jazzkonzerte
Rubys Off Zone: Jazz erzählt Geschichten

Christina Fuchs und Florian Stadler geben bei Rubys Off Zone der Improvisation viel Raum.
Christina Fuchs und Florian Stadler geben bei Rubys Off Zone der Improvisation viel Raum. FOTO: Clemens Sarholz
Trier. (csar) Die Jazzmusiker Christina Fuchs und Florian Stadler lieferten in der Jazzreihe „Rubys Off Zone“ am Donnerstag im Trierer Brunnenhof ein musikalisches Plädoyer für die Freiheitsliebe. „Christina Fuchs und Florian Stadler sind schon sehr lange ein musikalisches Paar“, erklärt der Pianist und Musikprofessor Georg Ruby, „ein Duo mit eigenem Stil.“ Es nenne sich auch „Flux“. Von Clemens Sarholz

Was als szenisches Wirrwarr beginnt, erweist sich als Konzept zu spontanen Assoziationen. Das erste Stück fängt an mit unruhigen Rhythmen des Akkordeons von Florian Stadler, die sich unbemerkt und plötzlich in einen ruhigen, sphärischen Klang verwandeln, aber keiner klaren Linie folgen. Christina Fuchs fügt sich mit ihrer Bassklarinette. Sie ordnet sich unter und mit gezielten Einwürfen verleiht sie dem Stück ein Fundament oder eine gewisse Note. Bis es dann abrupt endet.

Hilfreich für die Zuhörer sind die Ansagen von Stadler und Fuchs. Schüchtern erklären sie etwas zu ihren Stücken. Das erste, gerade beschriebene, Werk solle „die Nebelschwaden über dem Highway No. 1 in San Francisco“ beschreiben. Stadler schwärmt von dem Strand „Cabrillo“, zu dem der Highway führt.

„Flux“ performt einige Lieder aus dem neuen Album „Calliope“. Die Musiker sind viel rumgekommen auf der Welt und verarbeiten ihre Eindrücke in gemeinsamen Kompositionen. Der Albumtitel entspringt der Faszination für die kleinste bekannte Vogelart in Nordamerika. Die Sternenelfe, eine Kolibriart. „Den findet man nur in den Rocky Mountains“, erklärt Christina Fuchs. Auch einen kämpfenden Steinbock haben sie bespielt, oder Holzwege in den kanadischen Wäldern.

Hochgradig experimentell ist ihre Musik. Etwa die Hälfte der Stücke ist frei improvisiert. Ohne Konzept und ohne Namen. Da lassen die Musiker ihren Gefühlen und Eindrücken freien Lauf. Sie unterhalten sich auf den Instrumenten, manchmal tanzen sie auch, manchmal torkeln sie auch gemeinsam.

„Die Chance des Improvisierens ist, dass man seine musikalische Freiheit behalten und immer neu ausleben kann und sich auch immer neu überraschen kann“, betont die WDR-Jazzpreisträgerin Fuchs im Anschluss. „Das birgt natürlich auch das Risiko, dass manches mal nicht so gut funktioniert.“ Es ist Musik, die polarisiert. „Wow“ oder „Toll“, klingt es zeitweise leise aus dem Publikum. Aber auch: „Das war aber ein schräger Vogel.“ Nachdem Flux darum bat, eigene Assoziationen zu bilden.