Das Schaltjahr ist da Erstaunliche Fakten, die den 29. Februar noch ungewöhnlicher machen

Manche Menschen warten vier Jahre lang darauf, ihren Geburtstag am richtigen Tag zu feiern. Aber nicht nur deshalb ist der 29. Februar etwas Besonderes, wie wir Ihnen hier zeigen wollen.

Der 29. Februar fällt im Schaltjahr 2024 auf einen Donnerstag.

Der 29. Februar fällt im Schaltjahr 2024 auf einen Donnerstag.

Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Irgendwann hat jeder mal die Regel gelernt: Alle vier Jahre ist der Februar einen Tag länger. Auch 2024 ist es wieder so. Wir erleben ein Schaltjahr, in dem es ausnahmsweise einen 29. Februar gibt. Julius Cäsar war es, der im Römischen Reich schon 45 v. Chr. diese Anpassung des Kalenders eingeführt hat. Seitdem gibt es den ungewöhnlichen Tag, bei dem wir heute noch im Alltag merken, dass er nicht ganz normal ist.

Die seltsame Anpassung des Kalenders hat einen logischen Hintergrund. Das Jahr auf der Erde ist definiert als ein Umlauf des Planeten um die Sonne. Doch diese Zeitspanne stimmt mit den Tag-Nacht-Phasen auf der Erde nicht ganz überein. Bei der üblichen Länge von 365 Tagen ist das Kalenderjahr ein kleines Stück zu kurz. Wenn man nun alle vier Jahre einen ganzen Tag einschiebt, geht die Rechnung auf längere Sicht wieder auf.

Es gibt zu wenige Babys am 29. Februar

Der erste Hinweis darauf, dass es ein besonderes Datum ist, liefert das Statistische Bundesamt. Dort hat man in den Geburtsstatistiken nachgezählt und eine deutliche Abweichung festgestellt. Am 29. Februar werden in Deutschland nämlich weniger Kinder geboren als an einem durchschnittlichen Tag. Im letzten Schaltjahr 2020 kamen pro Tag 2024 Kinder zur Welt. Am letzten Tag des Februars waren es aber 1700. Auch 2016 gab es ein ähnliches Ergebnis. Nur 1810 Babys gab es, während durchschnittlich in diesem Jahr 2072 Geburten pro Tag stattfanden.

Versuchen Eltern womöglich, den Geburtstermin auf einen anderen Tag vorzuziehen oder hinauszuzögern? Bei einer geplanten Kaiserschnitt-Geburt kann das im Prinzip möglich sein. Ob die Abweichung tatsächlich solche Ursachen hat, bleibt schwer zu beantworten. Die Statistiker sagen, dass der Februar ohnehin zu den Monaten mit einer geringeren Geburtenzahl gehört.

Ein Schaltjahr ist NICHT einfach alle vier Jahre

Die anfangs erwähnte Regel ist eine gute Gedankenstütze. Alle vier Jahre gibt es ein Schaltjahr, ist doch klar. Wenn man es ganz genau nimmt, ist die Sache aber komplizierter. Denn man muss in astronomischen Zeitspannen denken, um die Herausforderungen der Zeitrechnung zu verstehen.

Der ganze Kalender funktioniert nur, wenn regelmäßig ein Schaltjahr ausfällt. So kommt es, dass es zum Jahrhundertwechsel meistens ein reguläres Jahr mit 365 Tagen gibt. Nur meistens und nicht immer. 1800 war kein Schaltjahr, 1900 war kein Schaltjahr, 2000 war jedoch eines. Die letzte notwendige Regel lautet: Wenn ein solches Jahr durch die Zahl 400 teilbar ist, gibt es einen 29. Februar. Mit diesen Sonderregeln bleibt der Kalender auf Jahrhunderte hinaus mit dem Kosmos im Einklang.

Die Schaltjahre werden nicht ewig so funktionieren wie jetzt

Für alle, die gerne weit in die Zukunft denken, deutet sich vielleicht trotzdem ein Problem mit den Schaltjahren an. Auf ganz lange Sicht müssen sie nämlich wieder abgeschafft werden. Die Rotation der Erde verlangsamt sich nämlich. 1,6 Sekunden pro Tag wird sie länger – und zwar über einen Zeitraum von 100.000 Jahren. Wenn die Menschheit lange genug durchhält, wird sie Millionen Jahre in der Zukunft sogar Tage aus dem Kalender streichen müssen, anstatt gelegentlich einen zusätzlich einzufügen.

Der Geburtstag am 29. Februar ist gesetzlich geregelt

Etwas bodenständiger ist die Frage, wie eigentlich das Gesetz den Geburtstag am 29. Februar behandelt. In Deutschland ist festgelegt, dass in diesem Fall ein Lebensjahr vollendet ist, wenn der 28. Februar vorbei ist. Immer wenn es kein Schaltjahr gibt, beginnt das neue Lebensjahr also mit dem 1. März.

Verrückte Traditionen in Schaltjahren

Das kuriose Datum hat die Menschen zu allerlei Bräuchen inspiriert. Manchmal werden Traditionen nur an diesem einen Tag verändert. In einigen Fällen läuft das ganze Jahr anders ab. Hier eine kleine Auswahl:

  • Im Karneval ist es Tradition, dass der Elferrat in einem Schaltjahr von Frauen besetzt wird. Ansonsten haben in diesem Narren-Gremium eher die Männer das Sagen.
  • Teilweise wird der Brauch des Maibaums in Schaltjahren anders gehandhabt. Während eigentlich der Mann der Frau diesen Liebesbeweis unters Fenster stellt, kann sich die traditionelle Rollenverteilung in Jahren mit einem 29. Februar umkehren.
  • In Großbritannien werden am 29. Februar oft Froschschenkel gegessen. Diese Sitte passt zum englischen Namen des Jahres, das man auf Englisch „leap year“ (Sprungjahr) nennt.
  • Eine Tradition jüngeren Datums hat die Stadt Anthony im US-Bundesstaat Texas ins Leben gerufen. Dort kam man auf die Idee, sich selbst zur Hauptstadt der Schaltjahre zu ernennen. Nun gibt es dort alle vier Jahre das „Leap Year Festival“. Ein Blick auf den Zeitplan für 2024 verrät aber: Das Festival findet am 1. und 2. März statt. Der 29. Februar ist als Donnerstag vielleicht nicht der beste Termin für eine große Party.
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