| 19:14 Uhr

Konzert
Sophies neue Welt

Ein warmer Mix aus Folk, Pop, Rock und Elektro: Sophie Hunger beim Auftritt in der Abtei Neumünster.
Ein warmer Mix aus Folk, Pop, Rock und Elektro: Sophie Hunger beim Auftritt in der Abtei Neumünster.
Luxemburg. Vier Sprachen, viele Stile: Schweizerin Sophie Hunger mit toller Show in Luxemburg. Von Andreas Feichtner
Andreas Feichtner

Kurzer Dialog zwischen zwei Saarländern in der vorderen Reihe, vor dem Konzert. „Sophie Hunger spielt ja auch im Februar in Saarbrücken in der Garage“ –  „Aber hier ist’s schöner“ – „Auf jeden Fall gemütlicher.“ Nach den knapp 80 Minuten mit der fabelhaften Schweizerin und ihrer Band kann man festhalten: Ihre Live­shows faszinieren im Theater-Ambiente vom Polstersitz aus – wie am Montagabend im ausverkauften Saal in der Abtei Neumünster. Und die Show wird auch in einem Rockclub wie der Garage funktionieren. Das liegt an der Vielseitigkeit der 35-jährigen Sängerin, Gitarristin und Pianistin, die in Luxemburg ihr sechstes Album „Molecules“ vorstellt. Das ist elektronischer als alles zuvor von ihr Veröffentlichte – mit analogen Synthesizern, eher minimalistisch angelegt, zum ersten Mal singt sie ausschließlich englisch. Sie habe sich mit Beschränkung auf Synthie, programmierte Beats, Gitarre und Stimme ihr eigenes kleines Gefängnis bauen wollen, sagte sie in einem Interview. Wer mit „Molecules“ und dem neuen Weg noch fremdeln sollte: keine Sorge! Live ist wieder die große Freiheit angesagt. Mit Songs auf Deutsch, Englisch, Französisch, Schwyzerdütsch. Mit Folk, Pop, Indierock, Jazz- und sogar vereinzelten Progrock-Anleihen und dem neuen Elektro-Anflug, die aber ganz harmonisch zusammenpassen.

Sophie Hunger hat sich auch eine tolle neue Band zusammengestellt – mit Drummer Mario Hänni, bei dem Zuhören und Zuschauen gleichermaßen Spaß machen, mit Marielle Chatain (Synthesizer) und Alexis Anérilles (Synthesizer, Bass, Horn). Die charismatische Schweizerin kann den Dreien bei „Das Neue“ minutenlang das Feld überlassen, um den Song dann a cappella zu beenden – „Das Neue“ ist ein Höhepunkt des Konzerts, ihr „Walzer für Niemand“ (als Zugabe) oder „There is still pain left“ sind weitere. Das kann man auch noch mal in Saarbrücken überprüfen (19. Februar).