Speicherer Kunstliebhaber zeigt Pop-Up-Kunst eines Phantoms in Trier

Ausstellung beginnt am Wochenende : Speicherer Kunstliebhaber zeigt Pop-Up-Kunst eines Phantoms in Trier

Ein Speicherer Kunstliebhaber stellt am Wochenende Werke des Pop-Up-Stars „Fringe“ aus. Im Schloss Monaise in Trier werden Drucke und Originale des Südafrikaners zum ersten Mal in Deutschland präsentiert. Wer hinter dem Pseudonym steckt, weiß nur ein einziger Mann.

Der Künstler „Fringe“ ist ein Phantom. Niemand, außer ein Galerist aus Johannesburg, kennt die Identität des Südafrikaners. Die Werke des Pop-Up-Sprayers hingegen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Allein auf der Plattform Instagram folgen „Fringe The Artist“ mehr als 20 000 Menschen. Und in seinem Heimatland sei der Pop-Up-Sprayer schon lange „ein Star“ wie der ebenfalls anonyme „Banksy“ in England, sagt Alwin Ersfeld.

Jetzt will der Kunstliebhaber aus Speicher in der Eifel, auch „Fringe“ einem deutschen Publikum bekannt machen. Ersfeld hat dazu 30 Originale und Drucke aus Südafrika einfliegen lassen, die er vom 18. bis zum 20. Oktober im Schloss Monaise in Trier präsentieren will.

Es wird das erste Mal sein, dass Werke des afrikanischen Künstlers in Deutschland zu sehen sind. Vergangenes Jahr hatte Ersfeld aber bereits einige von „Fringes“ Bildern in einem Weingut in Remich (Luxemburg) vorgestellt – und auch verkauft, wie er sagt, zu Stückpreisen zwischen 1250 und 5000 Euro.

Auch die 30 Leinwände, die in Trier ausgestellt werden, sollen nicht im Schloss hängen bleiben. Verkaufen will Ersfeld aber nur an „Menschen, die sich die Bilder wirklich an die Wand hängen, nicht an Leute, die die Werke nur als Anlageobjekte sehen.“ Auch wenn der Speicherer sich sicher ist: „Die werden in ein paar Jahren mit Sicherheit viel mehr wert sein, als heute.“

Stilistisch lasse sich „Fringe“ mit Street-Art beziehungsweise Graffitikünstlern wie „Banksy“ vergleichen. Nur, dass die Bilder des Afrikaners deutlich bunter und chaotischer sind, als die eines britischen Vorbilds. Ein weiterer Unterschied: Er scheint bislang nicht zu eindeutigem politischen Botschaften zu neigen.

Wie der Engländer nutzt aber auch „Fringe“ häufig populäre Comic-Helden und Symbole. So tauchen in seinen Werken immer wieder Figuren wie Donald Duck, Mickey Mouse oder die Simpsons auf, aber auch reale Personen wie Marylin Monroe oder Mahatma Ghandi. Auch Andy Warhols kultige Bananen oder stilisierte Spiegeleier und Dollarscheine sind, wie bei anderen Street-Art-Künstlern, beliebte Motive. „Die inspirieren sich alle gegenseitig“, sagt Ersfeld. „Fringe“ sei aber, anders als einige Kollegen, sehr vielseitig: „Er malt, er klebt, er sprayt, er druckt.“

Das Ergebnis sind farbenfrohe Collagen, die sich seit 2017 auch in Amsterdam und London verkaufen. Gerüchten zufolge will sich selbst Prinzengattin Meghan Markle einen „Fringe“ zulegen. In Südafrika ist der Sprayer zudem an diversen Werbeaktionen großer Unternehmen beteiligt. Nun will Agent Ersfeld, der die Kunst von „Fringe“ vor Jahren in einer Galerie in Johannesburg kennenlernte, sie nach Deutschland tragen.

Warum der sich lieber hinter einem Pseudonym versteckt? „Wenn Sie mich fragen, will der einfach seine Ruhe“, sagt Ersfeld.

Farbenfrohe Collagen: Bilder wie diese werden am Wochenende im Trierer Schloss Monaise ausgestellt. Stückpreis: zwischen 1250 und 5000 Euro. Foto: TV/Alwin Ersfeld
Farbenfrohe Collagen: Bilder wie diese werden am Wochenende im Trierer Schloss Monaise ausgestellt. Stückpreis: zwischen 1250 und 5000 Euro. Foto: TV/Alwin Ersfeld

Die Vernissage beginnt am Freitag, 18 Oktober, im Schloss Monaise. Beginn ist um 18 Uhr. Samstags bleibt die Ausstellung von 18 bis 22 Uhr geöffnet. Am Sonntag können Besucher die Werke ab 12 Uhr bestaunen.

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