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Kunst
Träume eines Revolutionärs

Trierer Sehenswürdigkeiten – und über allen schwebt Karl Marx. Der Domstein als Rutschbahn, die erleuchtete Porta, die Kaiserthermen als romantische Kulisse ...
Trierer Sehenswürdigkeiten – und über allen schwebt Karl Marx. Der Domstein als Rutschbahn, die erleuchtete Porta, die Kaiserthermen als romantische Kulisse ... FOTO: Roland Grundheber
Trier. Der Trierer Karikaturist Roland Grundheber fasst seine „Marxereien“ in einem Buch zusammen.

(red) Mit dem ihm eigenen satirisch-frechen Blick stellt der Trierer Karikaturist Roland Grundheber in seinem neuen Buch Vermutungen darüber an, was Karl Marx in den schweren Jahren seines Londoner Exils nach entbehrungsreichen Tagen des Nachts geträumt haben könnte – womöglich von ausgelassenen Feiern, überraschenden Begegnungen, Visionärem, Peinlichem, Heldenhaftem, Skurrilem, Lustigem und auch Surrealem. Das Buch ist soeben im Verlag Michael Weyand erschienen.

Im Londoner Exil durchlebte Marx mit seiner Familie schwere Jahre. Seine politische Mission und die Hoffnung auf eine Änderung der sozialen Verhältnisse gaben ihm Kraft zum Durchhalten. Neben seinen Werken ist auch eine umfangreiche Korrespondenz des Philosophen überliefert. Besonders aus dem Briefwechsel mit seinem Freund Friedrich Engels erfahren wir viel aus seinem Privatleben.

Bei aller Ernsthaftigkeit und glühendem wissenschaftlichen und politischen Eifer war Marx keineswegs ein Kind von Traurigkeit. Verheiratet mit Jenny, einer Baroness von Westphalen, der einstigen Ballkönigin und schönstem Mädchen der Stadt, war er einem luxuriösen Lebensstil nicht abgeneigt. Dabei spielte auch der Wein eine wichtige Rolle. Sein Vater Heinrich besaß eigene Weinberge. Sohn Karl frönte ebenfalls dem Weingenuss. Wenn es sich die Familie leisten konnte, waren Wein und Champagner auch in London ein alltägliches Getränk.

In schlechten Zeiten musste Marx oft hungrig zu Bett gehen. Und alkoholische Getränke kamen längst nicht alle Tage in die Gläser.

Hier kommt der Trierer Karikaturist Roland Grundheber ins Spiel. Er hat sich in dem Buch mit den Traumbildern beschäftigt, die Karl Marx nach entbehrungsreichen Tagen des Nachts gehabt haben könnte. Was wir in den Zeichnungen sehen, steht oft im krassen Gegensatz zu dem entbehrungsreichen, von trockenem Gelehrtendasein und tristem Einerlei bestimmten Tagewerk.

Und wie es Träume an sich haben, tauchen darin vertraute Orte auf, an denen man schon seit Jahren nicht mehr war, und Personen, denen man lange nicht begegnet ist.

Aus der überbordenden Fantasie des Künstlers sind Karikaturen entstanden zum Thema „Was könnte Karl Marx geträumt haben?“ Welche Traumbilder und -sequenzen wären dem revolutionären Denker am nächsten Morgen in Erinnerung geblieben?

Der studierte Werbe- und Gebrauchsgrafiker Roland Grundheber, 1958 in Trier geboren, charakterisiert sich über seine Werke: „Ich bin so, wie ich spinn“, sagt der Künstler über sich selbst. Seine Karikaturen erscheinen regelmäßig im Trierischen Volksfreund.

Daneben malt er großformatige Bilder in Aquarell und Tusche. „Marxereien“ ist nach „Weisheiten“ und „Frohsinn“ seine dritte Publikation.

Seit seinem Besuch einer Fachschule für Clowns, Komik und Comedy tritt Grundheber auch regelmäßig in Kabarett- und Comedy-Shows auf.

Das Buch ist ab sofort im Buchhandel und im TV-Onlineshop erhältlich.

Roland Grundheber, Marxereien, Verlag Michael Weyand 2018, 80 farbige Karikaturen, 84 Seiten, 16,95 Euro.

Roland Grundhebers Marx-Karikaturen
Roland Grundhebers Marx-Karikaturen FOTO: Roland Grundheber
Roland Grundhebers Marx-Karikaturen
Roland Grundhebers Marx-Karikaturen FOTO: Roland Grundheber