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Trierer Sinfoniekonzerte neue Spielzeit 2018/19

Konzerte : Das Potenzial ist da

Jochem Hochstenbach erstes Trierer Konzertprogramm verspricht Erfolg. Es hat konservative Züge, ohne in Traditionalismus zu erstarren. Es setzt vorsichtig neue Akzente, ohne das Publikum über Gebühr zu fordern. Und der Trierer GMD geht auch begrenzte Risiken ein. Klar: Da bleiben Fragen offen. Ist es sinnvoll, im sangesfreudigen Trier mit dem Theaterchor Mozarts „Requiem“ aufzuführen, wo das Werk ohnehin immer mal wieder bei den Oratorienkonzerten auftaucht? Sind die „Metamorphosen“ des greisen Richard Strauss tatsächlich zu Mozart die rechte Ergänzung? Und mal abgesehen von Brahms‘ Zweiter im Eröffnungskonzert –  wo bleibt die deutsche Romantik? Wo bleiben Schubert, Schumann, Mendelssohn, vielleicht auch Reger?

Mit Ausnahme des Finnen Jukka Linkola (* 1955) ist überdies kein einziger lebender Komponist in den Sinfoniekonzerten vertreten. Schließlich bleibt vorläufig noch ungeklärt, wie das Orchester im 3. Sinfoniekonzert mit Bach, Vivaldi und Telemann umgehen wird und wie diese Musik in der Theaterakustik klingt. Einen Anhaltspunkt freilich gibt es. In der szenischen Aufführung dreier Bach-Kantaten („Falsche Welt, ich trau dir nicht“) vor knapp zwei Jahren zeigten die Philharmoniker, dass sie sich auch auf Barock verstehen. Das Potenzial ist also da. Jetzt muss GMD Hochstenbach es klug und mutig einsetzen.

kultur@volksfreund.de