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TV-Buchtipp: Aufstieg und Fall des DODO

Literatur : Doctor Who trifft James Bond: Hexe verzweifelt gesucht

Science-Fiction und Fantasy unter einem Buchdeckel

Die Magie verschwand 1850 aus der Welt. Mehr als 150 Jahre später entdeckt eine Linguistin im Auftrag einer amerikanischen Regierungsorganisation den Grund für das Abklingen der Zauberei. Mit ihrer Hilfe gelingt es, eine Maschine zu entwickeln, in der zumindest im begrenzten Raum wieder magisch gearbeitet werden kann. Doch wo ist die Hexe, die auch bereit dazu ist? Sie müsste in der Vergangenheit gesucht werden. Verzeihung, aber jedes weitere Wort zum Handlungsverlauf von „Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.“ wäre an dieser Stelle zu viel.

Zu wild, zu überraschend und letztlich auch zu hanebüchen sind die Ereignisse, die Nicole Galland, Spezialistin für historische Schmöker, mit Neal Stephenson, Großliterat der modernen Science-Fiction, in ihrem ersten gemeinsamen Buch herbeifabulieren, als dass man nur eine weitere Andeutung machen dürfte. Auch, weil so manches Detail auf den ersten Blick vielleicht doch abschrecken könnte. Nur so viel dazu: Spätestens nach der Lektüre kann wohl jeder Leser „Schrödingers Katze“ aus dem Effeff erklären. Dieses Gehirnwindungen verknotende Gedankenexperiment, mit dem der große Physiker Erwin Schröder 1935 versuchte, den Charakter der Quantenphysik zu erklären, ist nicht nur Dreh- und Angelpunkt dieser wahnwitzigen Geschichte, bei Stephenson und Galland wird es zu des Pudels Kern.

Klingt kompliziert, ist es aber definitiv nicht. Geschickt nehmen die Autoren die Leser ihres modernen Briefromans bei der Hand, setzen nichts voraus, lassen dafür aber vieles im Gedächtnis zurück. Es darf gelacht und gelitten, gerätselt und gestaunt werden, und wenn die letzte Seite gelesen ist, bleibt nur eins: die Trauer darüber, dass der Wahnsinn vorbei ist.