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TV-Journalisten stellen ihre Lieblingsfiguren aus dem Star-Wars-Universum vor

Star Wars : TV-Journalisten stellen ihre Lieblingsfiguren aus dem Star-Wars-Universum vor

40 Jahre Star Wars, acht Filme plus ein Spin-Off, von zahllosen Romanen, Comics, Fernsehserien ganz zu schweigen – und Hunderte von Charakteren: Vier Mitglieder der TV-Redaktion erklären, welche Bewohner der weit, weit entfernten Galaxis es ihnen besonders angetan haben.

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DARTH VADER: Die schwarze Maske des Bösen

Jörg Pistorius

Zuerst kommt das Zischen. Elektrisch verstärkte Atemgeräusche. Ein. Aus. Ein. Aus. Dann folgt ein tiefes Summen, und ein grellrotes Lichtschwert leuchtet auf. Und dann löst sich langsam eine schwarze Gestalt aus den Schatten. Schwarzer Helm. Schwarzer Umhang. Die Verkörperung des Bösen. Darth Vader, Lord der Sith. Einer der berühmtesten Bösen der Filmgeschichte.

„Star Wars“ ohne Darth Vader, das wäre wie die Champions League ohne Real Madrid, den FC Barcelona, Paris St. Germain und Manchester United. Majestätisch, diabolisch und ultrabrutal zeigt der schwarze Mann die Macht des Bösen und ist klar die faszinierendste Figur im Star-Wars-Universum.

Die ihn umgebende Tragik macht Darth Vader noch faszinierender. Der Tod seiner Liebsten Padmé Amidala, die Niederlage im Zweikampf mit Obi-Wan Kenobi, der ihn zum Sterben zurückließ, die Ausrottung der Jedi und der lange Kampf gegen die Rebellen – Darth Vader war der Böse schlechthin, auch wenn er kurz vor seinem Tod am Ende von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (Episode VI) dann doch wieder zur guten Seite wechselte.

Für mich ist Darth Vader das Gesicht von „Star Wars“, und ich freue mich jedes Mal, wenn ich seine unheilverkündende Filmmusik und das Zischen der Atemmaske höre.

Jörg Pistorius TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: TV/klaus kimmling

JAR JAR BINKS: Der meistgehasste Außerirdische

David Falkner

Jar Jar Binks, der amphibische Alien vom Planeten Naboo, gilt unter Star-Wars-Fans nicht nur als die meistgehasste Figur der Reihe, sondern oft auch gleich der ganzen Geschichte des Films. Ja, natürlich geht der glubschäugige Jar Jar mit seiner schrillen Stimme, seiner pseudowitzigen Sprachakrobatik („Du Güte gut! Was ich da reden!“) und seiner absurden Tollpatschigkeit nur ganz hartgesottenen Zuschauern nicht auf die Nerven. Gleichzeitig fungiert die Figur wie der Narr am mittelalterlichen Hof aber auch als Gegenentwurf zur bisweilen reichlich aufgesetzten pseudomystischen Erhabenheit der Welt und Figuren um ihn herum.

Die Figur Jar Jar Binks zeigt, dass Star-Wars-Erfinder George Lucas mit seinen Filmen bei aller Epik und bei allem Bombast im Herzen immer noch vor allem eines will: Spaß machen. Und wenn es dann ausgerechnet Jar Jar Binks ist, der in Episode II durch seine Naivität und politische Unerfahrenheit ahnungslos den Untergang der brüchigen Demokratie besiegelt, dann lassen sich da plötzlich Parallelen zur realen Welt der Weimarer Republik ziehen, die zeigen, dass die Weltraumsaga auch noch ganz anders kann: politisch. Das zeigt Mut, der vonseiten der Zuschauer aber kaum gewürdigt wurde und der der Serie auch deshalb spätestens seit Episode VII verloren gegangen scheint.

David Falkner Foto: TV/Klaus Kimmling

HAN SOLO: Er ist ein Schurke – und wir lieben ihn

Christa Weber

Mädchen stehen auf die bösen Jungs. Das klingt zwar übel nach Klischee. Auf Han Solo trifft es aber zu. Wie sagt er doch so schön in „Das Imperium schlägt zurück“ zu Prinzessin Leia: „Ich weiß, Sie mögen mich, weil ich ein Schurke bin. Es gab leider nicht genug Schurken in Ihrem Leben.“

Stimmt. Und nicht nur Leia, auch Millionen Zuschauer der Weltraumsaga lieben Han. Weil er eben nicht so glattgebügelt daherkommt wie Luke Skywalker und seine tugendhaften Jedi-Freunde. Han schwindelt, was das Zeug hält. Seine Schmuggel-Auftraggeber haut er regelmäßig übers Ohr. Und nicht selten rutscht ihm mal ein Spruch raus, der vielleicht gerade nicht so angebracht war. Das bringt ihm zwar ein paar Problemchen ein, aber irgendwie kann er sich da immer wieder rauslavieren. Immerhin ist er ja auch der Captain des Millennium Falken und macht den Kesselflug in weniger als zwölf Parsecs. Keine Ahnung, was das heißt – aber es klingt cool.

Han ist außerdem nicht nur Frauenversteher. Er ist – neben Yoda – auch der einzige Wookie-Versteher in der Galaxis und übersetzt uns Wookie-Analphabeten netterweise ab und zu mal das Gebrülle von Chewbacca. Und noch was spricht für unseren Lieblingsschurken: Er macht sogar als in Karbonit eingefrorener Wandschmuck in Jabbas schäbiger Höhle noch eine gute Figur.

Christa Weber TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: TV/Klaus Kimmling

LANDO CALRISSIAN: Weil Nebenfiguren Hauptsache sind

Adrian Froschauer

Lando wer? Ja, er mag nicht die bekannteste Star-Wars-Figur sein. Aber Lando Calrissian ist trotz seiner nur kurzen Auftritte ein faszinierender Kerl: Han Solos Kumpel/Rivale, ein ebenso schmieriger wie charismatischer Geschäftsmann und Glücksspieler, unverhofft zum Administrator der wenig kreativ betitelten Stadt über den Wolken Cloud City ernannt – mit einem Schnurrbart, der schamlos die 70er-Jahre-Wurzeln der Original-Trilogie offenbart. Eine Nebenfigur, die sämtliche Hauptfiguren austrickst: Er verkauft unsere Helden an das böse Imperium, nur um dann wiederum dieses zu hintergehen, Luke und Co. zu retten und für seine Verdienste zum Rebellen-General ernannt zu werden.

Adrian Froschauer TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: TV/Klaus Kimmling

Lando ist ein Schurke mit Herz, vielschichtiger als viele Hauptfiguren. Und er demonstriert, wer die spannendsten Charaktere in „Star Wars“ sind: die Nebenfiguren! In der „weit, weit entfernten Galaxis“ tummeln sich Hunderte originelle Aliens mit eigenen Hintergrundgeschichten, die nur angedeutet werden. Man denke nur an das bunte Treiben in der Weltraumpiraten-Kneipe aus „Eine neue Hoffnung“, an Greedo, an Admiral Ackbar, an Boba Fett. Über sie alle wüsste man gerne mehr. Es gibt zwar zahlreiche mittelmäßige Romane und Comics zu jeder einzelnen, noch so bedeutungslosen Star-Wars-Figur. Die rauben diesen Charakteren aber eben auch einen großen Teil der Faszination.