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Uraufführung: Weltberühmter Richard Galliano kommt nach Trier

Konzerte : Ein Star auf dem Akkordeon

Zur Uraufführung seines Werks kommt der weltberühmte Richard Galliano nach Trier

Da sage mal jemand, die Programme der Trierer Sinfoniekonzerte seien einfallslos. Für das 7. Sinfoniekonzert am heutigen Donnerstag (20 Uhr, Theater) steht sogar eine Uraufführung an. Und der Komponist ist kein Geringerer als Richard Galliano, der weltberühmte Akkordeonspieler aus Frankreich. „Madreperla“, „Perlmutt“ heißt die dreisätzige Komposition. Sie ist ein Konzert für Bandoneon, Accordina, Akkordeon und großes Orchester.

Galliano, 1950 in Cannes geboren, machte sich schon als Dreijähriger mit dem Akkordeon vertraut. Das war die Basis für eine rasante Karriere. Mit Zwölf gewann er auf seinem Instrument Wettbewerbe und stieg seit den 1980er Jahren zum Star des Akkordeons auf. Weltweit bekannt wurde er durch seinen neu geschaffenen Stil „New Musette“, eine Verbindung von traditionell-volkstümlicher Musette und modernem Jazz. Seine erste CD mit Werken von Johann Sebastian Bach hielt sich mehr als drei Monate an der Spitze der französischen Klassik-Hitparade. Regelmäßig tritt Galliano in über 100 Musikzentren der Welt auf.

„Madreperla“ ist nicht irgendeine neue Komposition. Mit den drei Sätzen des Werks erweist Galliano den Musikern seine Hochachtung, die wegweisend waren für seine künstlerische Entwicklung. Satz eins ist Astor Piazzolla gewidmet. Diese Komposition ist für das Bandoneon geschrieben, einem Verwandten des Akkordeons. Sie wird geprägt von einem durchgehenden (ostinaten) Rhythmus und ähnelt darin Ravels „Bolero“. Satz zwei für Accordina und Orchester ist eine Verbeugung vor dem Mundharmonika-Jazzer Toots Thielemanns. Da breitet der Solist über den Klangflächen des Orchesters sehnsüchtig gedankenverlorene Melodieketten aus und verbindet die mit den Soli der Holzbläser. Satz drei schließlich ist dem Jazz-Organisten Eddy Louiss zugedacht. Er ist ein rhythmisch vitaler, brillanter Abschluss.

Rhythmus steht bei Gallianos Komposition im Mittelpunkt – vor allem in den Ecksätzen. Da ist es nur konsequent, wenn auch in den übrigen Werken der Rhythmus dominiert. Besonders auffällig geschieht das in Beethovens „Siebter“. Richard Wagner bezeichnete sie bekanntlich als „Apotheose des Tanzes“. Außerdem auf dem Programm: die „Ungarischen Bilder“ von Béla Bartók. Bartok arrangierte für dieses Werk eigene Klavierstücke, um die Hörer auf seine anspruchsvollere Musik vorzubereiten.

7. Sinfoniekonzert, Donnerstag, 24. Mai, 20 Uhr, Theater Trier. Werke von Richard Galliano (Uraufführung), Béla Bartók und Ludwig van Beethoven. Richard Galliano , Bandoneon, Accordina und Akkordeon. Philharmonisches Orchester Trier, Dirigent GMD Victor Puhl. Karten sind erhältlich an der Theaterkasse  unter Telefon 0651/7181818.