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Vinyl der Woche: Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water – Limp Bizkit

Vinyl der Woche: Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water – Limp Bizkit : Von Seesternen, Schokolade und Bentleys

Ein verwirrender Albumtitel, (mindestens) zwei absolute Rock-Klassiker: Vor 20 Jahren veröffentlichten Limp Bizkit ihr Album Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water.

Limp Bizkit bedeutet übersetzt so viel wie „schlaffer Keks“. Zugegeben: Nach einem tiefgründig durchdachten Bandnamen klingt das nicht. Das ist es auch nicht, denn als sich Limp Bizkit 1994 in Jacksonville, Florida, gründet, sorgt ein Zufall für die Namensgebung: Ein Freund von Frontmann Fred Durst sagt, sein Hirn fühle sich an „wie ein schlaffer Keks“ – ein „limp biscuit“. Am letzten Wort wird daraufhin noch etwas gefeilt, es soll ja nicht 08/15 aussehen. Also wird aus biscuit zuerst biscut und dann bizkit – einer der Bandnamen ist geboren, der am wenigsten zu den Künstlern passt.

Denn mit „schlaff“ kann man die Nu-Metal-Band nicht beschreiben. Vor allem nicht ihr Album Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water, das vor 20 Jahren veröffentlicht wurde. Wieso? Fangen wir beim Albumtitel an. Wobei der ähnlich durchdacht ist, wie der Bandname. „Chocolate Starfish“ (deutsch: „Schoko-Seestern“) bezieht sich auf das Erscheinungsbild des menschlichen Anus (wofür die Schokolade steht ... lassen wir das!). „Hot Dog Flavored Water“ entsteht auf einer Tour, als Gitarrist Wes Borland ein Glas eingelegter Eier sieht, vorschlägt das auch mit Hot Dogs zu tun und „Wasser mit Hot-Dog-Geschmack zu verkaufen“. Das war jedoch nicht die erste Wahl, die Platte sollte eigentlich Limpdependence heißen.

Egal wie zufällig Album- und Bandname erscheinen: Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water wird 2000 zu einem absoluten Erfolg. Allein in den USA verkauft Limp Bizkit sechs Millionen Exemplare, weltweit um die 9,5 Millionen. Unter anderem in Deutschland, Großbritannien und den USA stürmt die Platte auf Platz eins der Charts – das erfolgreichste Album der Band.

Und eines, das (mindestens) zwei Metal-Klassiker schafft: Take a Look Around und Rollin’. Ersterer beschäftigt sich damit, dass Sänger Fred Durst der Meinung ist, dass Kritiker seine Kunst einfach nicht verstehen und statt ihr kurzes Leben zu genießen, es mit Hass verschwenden. Rollin’ kennt wohl jeder, der mal in einer guten Rockdisco war. 3:33 Minuten pure Power, im Refrain die Aufforderung, immer „weiterzurollen“. Gefundenes Fressen für Moshpit-Enthusiasten. Empfehlung an die, die den Song nicht kennen: Einfach auf einer Party in die Playlist ziehen – Spaß garantiert. Nach Corona, versteht sich.

Zum Abschluss noch was Verwirrendes, gefällig? Okay, los: Das Cover fünf gnomartige Wesen, die auf einem Haufen Würstchen liegen. Einer streckt dem Betrachter einen Seestern mit Anus entgegen. Geht es verwirrender?