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Vinyl der Woche: CMFT – Corey Taylor

Vinyl der Woche: CMFT – Corey Taylor : Erfolg? Garantiert! Gänsehaut? Naja ...

Wer kann, der kann: Slipknot-Frontmann Corey Taylor hat sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Wieso CMFT gut ist, aber nicht zu 100 Prozent überzeugt.

Hachja ... Corey Taylor. Ich geb’s zu: Der Slipknot-Sänger begleitet mich mein gesamtes musikalisches Leben. Seine unglaubliche Vielseitigkeit und der Wechsel zwischen rauem Maskenmann bei Slipknot und teilweise gefühlvollen Stimmakrobaten bei Stone Sour sorgen für eine absolute Gänsehautgarantie. Zugegeben, bei der Rezension seiner ersten Solo-Platte CMFT kann ich also nicht zu 100 Prozent neutral sein. Ebenso wenig, wie ich zu 100 Prozent überzeugt bin.

Die Vorfreude war unglaublich groß, als Corey Taylor sein Solo-Album ankündigte. Es vergingen ungefähr 14 Sekunden, bis ich das Album auf Vinyl bestellt hatte. Inklusive Unterschrift des Maskenmannes. Wow, was für ein Tag. Dann kam die erste Single CMFT Must Be Stopped – auf der Corey Taylor rappte. Ungewohnt, aber nicht schlecht. Ein Vorgeschmack auf die Vielseitigkeit, die Taylor mit dem Album beweisen wollte.

Und ohne Zweifel: Vielseitig ist die Platte. CMFT nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch Rap, Punk, Country und Pop. Corey Taylor kann dabei fast nichts falsch machen, eine wundervolle Stimme ist und bleibt eine wundervolle Stimme. Die Platte eignet sich sehr gut dafür, sie an einem Sonntag auf der Couch nebenbei zu hören oder in der Runde mit Freunden leise im Hintergrund laufen zu lassen. Und genau da liegt das Problem.

Denn es ist nicht das, was ich erwarte, wenn ich Corey Taylor höre. Wenn ich nebenher von einer Platte berieselt werden will, dann höre ich Radio. Bei aller Bewunderung des Schaffens von Corey Taylor: CMFT klingt, als sei es überwiegend aufgenommen worden, um hohe Verkaufszahlen zu erreichen und den Weg ins Radio zu schaffen. Das ist der Platte auch garantiert, denn rein musikalisch kann man aufgrund des taylorschen Könnens nur ganz wenig aussetzen. CMFT steht übrigens für „Corey Mother Fucking Taylor“. Der Albumtitel klingt also härter als die Scheibe an sich.

Fazit: Corey Taylor hat ein durch die Bank gutes Album auf den Markt gebracht, das viele Hörer zufriedenstellen wird. Eingefleischte Slipknot- und Stone-Sour-Liebhaber (zu denen ich gehöre) werden allerdings die Gänsehaut vermissen, die Corey Taylor ihnen normalerweise liefert.