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Vinyl der Woche: Innuendo – Queen

Vinyl der Woche: Innuendo – Queen : Als Freddie ein letztes Mal zauberte

Vor 30 Jahren erreichte Innuendo von Queen Platz eins der deutschen Charts. Es sollte das letzte Studioalbum im Leben des Freddie Mercury sein. Doch sich von seiner tödlichen Erkrankung unterkriegen lassen? Keine Option für einen der besten Musiker aller Zeiten.

Eile. Darauf drängt Freddie Mercury nach den Aufnahmen des Queen-Albums The Miracle im Jahr 1989. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Werkes arbeitet die vielleicht größte Band aller Zeiten an neuem Material. Aus einem Grund, der trauriger nicht sein könnte: Freddie Mercury ist unheilbar krank. Er weiß das. Seine Bandkollegen nicht. Doch sie ahnen es. Der unverkennbare Freddie  hätte sich damals seiner Aids-Erkrankung ergeben können. Kein weiteres Meisterwerk produzieren. Beweisen muss er zu diesem Zeitpunkt niemandem mehr etwas. Doch das wäre nicht Freddie Mercury. So holt er zu einem letzten großen Wurf aus – Innuendo.

Vor 30 Jahren erreicht das Album Platz eins der deutschen Charts. Zu dieser Zeit ist es Queen aufgrund des Gesundheitszustandes ihres Lead-Sängers nicht mehr möglich, auf Tournee zu gehen. Deswegen konzentriert sich die Band auf die Arbeit im Studio. Doch auch diese ist geprägt von den gesundheitlichen Leiden des genialen Sängers. Kurz nach Ostern 1987 war erkannt worden, dass sich Mercurys HIV-Infektion zu Aids entwickelt hatte. Dass er unheilbar krank ist, bestreitet der Mann mit der unvergleichlichen Stimme in der Öffentlichkeit.

Und vor seinen Bandkollegen. Auch während der Aufnahmen lässt er sie in Unkenntnis darüber, wie schlecht es ihm wirklich geht. Tagelang im Studio durcharbeiten? Für Mercury nicht mehr möglich. Meist kommt er nur für einige Stunden zu den Aufnahmen. Doch er singt mit einer Klarheit und Stärke, die die anderen Queen-Mitglieder beeindruckt. Wie Freunde und Kollegen später erklären, ist auch Freddies Durchsetzungsfähigkeit beeindruckend.

Doch die Aufnahmen leiden unter der Krankheit des Sängers. Der geplante Veröffentlichungszeitpunkt  – Weihnachten 1990 – wird verschoben. Im Januar 1991 geht Freddie Mercury einen entscheidenden Schritt: Er ruft seine Bandkollegen in Montreux (Schweiz) zusammen, um ihnen die Wahrheit zu sagen.

Eine Wahrheit, von der die Bandmitglieder ahnen, wie Gitarrist Brian May später erklärt. „Natürlich war uns allen klar, dass er Aids hatte, aber wir wollten es nicht wissen“, so May. Auch die Worte, mit denen Freddie Mercury das offenbart, was niemand wissen will, zeigen, wie zielstrebig er auch damals noch ist. Er sagt: „Ihr habt wahrscheinlich mitbekommen, dass ich mit dieser Sache zu kämpfen habe und ich möchte nicht darüber reden und ich möchte nicht, dass sich unser Leben dadurch ändert, aber so ist die Situation“, und macht einfach weiter.

Denn er will diesen letzten großen Wurf. Im Februar 1991 erscheint Innuendo – und springt auf Platz eins der Charts. Wie auch die namensgebende Single, die „erst“ Queens dritter Nummer-eins-Hit in Großbritannien wird (nach Bohemian Rhapsody und Under Pressure). Für diesen Titel dient übrigens der Song Kashmir von Led Zeppelin als Inspiration. 1992 spielen John Deacon, Brian May und Roger Taylor mit Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant ein Medley aus Innuendo und Kashmir. Ohne Freddie Mercury. Zu Ehren Freddie Mercurys. Auf dem Tribute-Konzert für Freddie Mercury, der am 24. November 1991 stirbt.

In der Kolumne „Vinyl der Woche“ stellt der Trierische Volksfreund wöchentlich eine Schallplatte vor – von Neuerscheinungen, über besondere Alben bis hin zu Klassikern. Alle Serienteile finden Sie hier.