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Warum Rap der neue Punk sein könnte

Büchse - Tumulte : Warum Rap der neue Punk sein könnte

Das Trierer Punkrap-Trio Büchse zeigt, wie man die Genres mischen kann und was dabei rauskommt. Sie verraten, warum sie sich für einen Mix entschieden haben und welche Vorteile Sprechgesang haben kann, wenn man eine Botschaft herausbringen will.

Textstark und im wahrsten Sinne wortgewandt kommt Tumulte daher, die Debüt-LP (Eine LP ist eine Art Mini-Album) des Trierer Trios Büchse. Aber die drei, das sind Benny, Jörg und Christian, machen schon länger Musik. Sie sind alle um die dreißig und haben sich dazu entschieden, eine nicht ganz so gewöhnliche Stilrichtung zu spielen: Punkrap. Aber was ist das eigentlich?

Nicht nur Punk und Rap, sondern was Eigenes. Das erklärt Benny: „Wir machen kein Crossover, also spielen Punkgitarren und rappen dann darüber. Sondern wir haben Einflüsse aus beiden Genres, sodass was Neues entsteht.“ Eigentlich kommen die drei aus der Punkszene, aber sowohl Benny als auch Christian haben schon immer eine Affinität zum Rappen gehabt. Einflüsse seien dann sowohl Punkbands wie Turbostaat und Knochenfabrik, aber auch Rap-Gruppen wie Zugezogen Maskulin und die Antilopen Gang.

Die Entscheidung zum Rappen kam dann auch aus praktischen Gründen: „„Außer Jörg kann von uns keiner singen“, scherzt Benny. Beim Rappen gebe es allerdings auch den ein oder anderen Vorteil zum klassischen Gesang. „Man kann viel mehr Text unterbringen. Im Punk muss da eher kryptischer und mit Metaphern arbeiten, beim Rap ist es dann einfach gerade raus. Das kann man die Themen etwas authentischer rüberbringen.“

Die Mischung bringe aber teilweise auch Probleme mit sich: „Für die Rapper ist es vielleicht kein ‚richtiger’ Rap und die Punker könnten sagen: ‚Da wird ja gerappt, das hör ich mir nicht an’“, meint Benny. Aber die Leute sollten doch ruhig mal etwas offener sein für andere Musikgenres und auch was Neues hören, meint er. „Aber diese Schranken im Kopf kennt man ja selber, dass man eine Musikrichtung gefunden hat, die einem gefällt und dann darauf hängen bleibt.“ Mit der Musik wolle man dann die erreichen, die mit Punk groß geworden sind, aber auch gern Rap hören.

Büchse bietet mit Tumulte also eine Mischung aus Punk und Rap mit zwei Gitarren, einem Synthesizer und einem Drumcomputer. In den zwölf Songs mit einer Länge von rund 40 Minuten wird kritisiert, was alles in der Gesellschaft so schiefläuft. Das kann laut und aggressiv sein, wie zum Beispiel im Song „Tabula Rasa“ oder auch mal ruhiger wie in Plastikruinen. Für letzteren konnte man auch Jörkk Mechenbier, Sänger der Band Love A, als Gast gewinnen, der vielen Punkfans aus der Region ein Begriff sein sollte.