Zehn Jahre Trifolion in Echternach

Kultur : Zehn Jahre Trifolion in Echternach: „Wir lassen’s krachen“

Das Trifolion in Echternach hat sich längst als kleines, aber feines Kulturzentrum mit großer Ausstrahlung nach Deutschland etabliert. Zum zehnten Geburtstag denken die Macher über eine stärkere Internationalisierung ihrer Angebote nach. Und legen zugleich ein Jubiläumsprogramm mit einigen Stars vor, die sicher auch diesseits der Sauer auf viel Resonanz stoßen dürften.

  Als Ralf Britten, der Direktor des Trifolion, im Jahr 2007 nach Echternach kam, bestand das Team nur aus seiner Person. „Da war hier noch Baustelle“, erinnert er sich an die Anfänge des Kultur- und Kongresszentrums, das heute jährlich rund 170 Musik-, Literatur- oder sonstige Kulturveranstaltungen auflegt und so Tausende Besucher in sein Haus zieht. Mittlerweile sind es elf Leute, die das Zentrum mit seinen Konzerten, Lesungen, Bühnenshows, der örtlichen Musikschule sowie dem Stadtmarketing betreuen. Der zehnte Geburtstag ist für Britten Anlass, stolz und froh zurückzublicken. Und zu feiern.  „Wir lassen’s richtig krachen“, verspricht Anne Mahler, die Programmchefin, die gerade das neue Programmheft fürs erste Halbjahr 2018 vorgelegt hat. Zu zahlreichen Events ist auch wieder ein Busshuttle aus Deutschland eingerichtet, für den Gäste sich anmelden können.

300 000 Besucher zählte das Trifolion bislang, jeder fünfte Gast kommt aus Deutschland. 80 Prozent des Publikums sind Luxemburger. Auf das Budget von einer Million Euro mögen Kulturmacher auf der deutschen Seite der Sauer neidisch schielen – im Vergleich zu anderen Luxemburger Kulturinstitutionen, die teilweise zu 100 Prozent vom Staat finanziert werden, nimmt sich der Rahmen fast schon bescheiden aus. „Wir sind das Haus mit der höchsten Eigenfinanzierung“, stellt Britten im Gespräch mit dem TV  klar. Mehr als ein Drittel des Budgets müsse das Trifolion über Einnahmen abdecken – über Mieten zum Beispiel, gelegentliches Sponsoring oder Ticketeinnahmen. Auch deshalb sieht der Direktor als wichtige Perspektive die grenzüberschreitende Kooperation mit Kulturfestivals und Stiftungen, zum Beispiel mit dem Mosel Musikfestival. „Wir wollen, dass das Trifolion ein europäisches Haus wird“, so Britten. Die Einbindung der lokalen Akteure und die Wertschätzung der Bürger vor Ort sei bereits hervorragend gelungen. Eine stärkere Internationalisierung könne auch bedeuten, vermehrt englischsprachige Angebote zu machen.

Das Frühjahrsprogramm enthält wieder jede Menge Angebote, die sich an das deutschsprachige Publikum wenden. Dazu gehört die Reihe  „Horizonte“, ein Format, in dem Britten das größte Potenzial für die Zukunft sieht. Seit fünf Jahren lädt sie zu Vorträgen und Diskussionen ein, die unter dem Motto eines gesellschaftlich kontroversen Themas stehen.

Diesmal geht es um das Themengebiet Gesundheit und seine Bezüge zu Körper, Geist, Leben, Gesellschaft, Ernährung und Sport. Dabei wird der ehemalige Koch der deutschen National-Elf Holger Stromberg (11. März) zum Thema Ernährung sprechen. Der bekannteste Bergsteiger Europas, Reinhold Messner, beleuchtet in seinem Vortrag „ÜberLeben“, was Höchstleistung bedeutet, wie man fast „übermenschliche“ körperliche, aber auch mentale Fähigkeiten entwickeln kann (bereits ausverkauft, 15. März), während die Ski-Legende Sven Hannawald sich den negativen Folgen von Spitzenleistungen widmet und schonungslos Themen wie Burn-Out und persönliche Krisen anspricht (6. Juni). Der Fitness-Papst Ingo Froböse hingegen vermittelt seinem breiten Publikum praktische Tipps und Tricks für den gesunden Alltag (17. April). Dabei blickt er auf den Profisport, der hilfreiche Anregungen bietet, die einfach im alltäglichen Leben umzusetzen sind. Der Bestseller-Autor von „Simplify your Life“, Werner Tiki Küstenmacher beleuchtet, welche mentalen Tricks wir anwenden können, um ohne Stress und gesund durchs tägliche Leben zu kommen (25. April). Das Besondere an seinem Vortrag sind nicht nur sein Witz und Humor, sondern auch die Karikaturen, die er dazu live zeichnet. Doch nicht nur die Gesundheit der Erwachsenen soll beleuchtet werden, denn in der Regel fängt der gesunde bzw. ungesunde Lebensstil schon in der frühen Kindheit an. Die Erziehungswissenschaftlerin Renate Zimmer verrät, was Kinder stark macht und gesund hält (11. Juni). Ihr Credo: motorische Fähigkeiten und die kognitive Entwicklung gehen Hand in Hand, so dass sie dafür plädiert, den Kindern eine „bewegte Kindheit“ zu ermöglichen. Bei all diesen Vorträgen und Talks ist das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren.

Zum Jubiläumswochenende werden die beiden großen Stars Tom Gaebel mit seinem James-Bond-Musik-Programm „Licence to Swing“ und die in die in den USA lebende internationale Künstlerin Ute Lemper für Stimmung sorgen. Und auch im restlichen Jubiläumsjahr bietet das Trifolion von Kinder- und Familienevents über Chor- und Orchesterkonzerte bis hin zu literarischen Veranstaltungen jede Menge Veranstaltungen.

Weitere Highlights sind die „Operette trifft Klassik“ mit der Deutschen Radio-Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern (10. März), die „Grande messe“ von Mozart (22. März) sowie die Sandmalerei-Show „Fantasy World“ für die ganze Familie (4. März, 15 Uhr).

Zu den Top-Stars beim Jubiläumswochenende zählen Ute Lemper (oben) mit dem Programm „Last tango in Berlin“ und Tom Gaebel mit „lucence to swing“. Foto: TV/Trifolion Echternach
Sven Hannawald (oben) kommt im Rahmen der „Horizonte“-Reihe zum Thema Gesundheit. Auch der Kunst widmet sich das Trifolion, hier ein Bild von Robi Gottlieb-Cahen. Foto: TV/Trifolion Echternach
Einige der Highlights aus dem Frühjahrsprogramm 2018 des Trifolion Echternach. Foto: TV/Trifolion Echternach
Einige der Highlights aus dem Frühjahrsprogramm 2018 des Trifolion Echternach. Foto: TV/Trifolion Echternach

Das komplette Trifolion-Programm auf www.trifolion.lu

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