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Zusammen mit der Uni Trier befragt das Haus seine Besucher, um (noch) besser zu werden. Viele der aktuellen Stücke so beliebt, dass die Auslastung bei über 90 Prozent liegt.

Kultur : Kritik am Trierer Theater erwünscht

Zusammen mit der Uni Trier befragt das Haus seine Besucher, um (noch) besser zu werden. Viele der aktuellen Stücke sind so beliebt, dass die Auslastung bei über 90 Prozent liegt.

Schaut man sich die neuesten Zahlen an, dann scheint es aktuell nicht so schrecklich viel zu geben, was die Besucher am Trierer Theater auszusetzen haben: Seit August 2018 wurden für die laufende Spielzeit schon 76 000 Karten verkauft. Bis Juli dauert sie noch an. Da rückt das von Oberbürgermeister Wolfram Leibe ausgegebene Ziel, die 100 000er Marke zu knacken, in greifbare Nähe.

Dennoch will das Haus, das die Krise der vergangenen Jahre überwunden zu haben scheint, wissen, wie es sich verbessern kann. Und was die Besucher womöglich stört. Der Parkplatz war voll? Die Schlange vorm Sekt war zu lang? Oder ein Musical mehr wäre schon schön? Theatergäste haben in den kommenden Wochen die Möglichkeit, dem Drei-Sparten-Haus mitzuteilen, in welchen Bereichen sie sich Veränderungen wünschen.

Unter dem Motto „Du spielst die Hauptrolle“ organisiert das Haus in Zusammenarbeit mit der Universität Trier eine mehrwöchige Besucherbefragung. 30 Lehramts-Studierende  aus den Raum- und Umweltwissenschaften an der Universität Trier  teilen sich die Arbeit. Vier bis fünf von ihnen sind bis Ende Februar bei jeder Vorstellung vor Ort, um vor dem Start und in der Pause herauszufinden, auf welchem Weg sich das Publikum über die Angebote des Hauses informiert, wie zufrieden es mit Parksituation, Gastronomie, Garderobe und Kasse ist oder was die Menschen sich von der Sanierung des Theaters erhoffen. Auch, um wie viel Uhr Aufführungen idealerweise starten sollten, wie politisch, innovativ oder provokant das Bühnengeschehen sein sollte oder was den Gästen nicht gefällt, fragen die Studenten ab. Geleitet werden die Seminare von den Dozenten Julia Hollweg und Adrian Assenmacher.

Die ersten hundert Fragebögen haben die Besucher der Premiere von „Blue Jeans“ ausgefüllt. „Wir erhoffen uns, dass wir Infos erhalten, wie wir uns im Sinne der Zuschauer verbessern können“, sagt Theater-Sprecher Christoph Traxel. Natürlich haben die Theater-Verantwortlichen selbst eine Ahnung, was aktuell nicht optimal ist. „Wir wissen, dass die Toiletten nicht in allerbestem Zustand sind“, sagt Traxel – „aber was gibt es vielleicht sonst noch, was uns nicht so bewusst ist?“

Das Haus lege in seinen Fragen durchaus offen, dass es Mängel gebe. Viele davon sollen bei der geplanten Generalsanierung behoben werden. Auch im Hinblick auf diese Bauarbeiten sei es sinnvoll zu hinterfragen, was dem Publikum wichtig ist, sagt Traxel.

Eine weiterer Pluspunkt der anonymen Befragung ist, dass das Theater mehr über seine Besucher erfährt: wo sie herkommen, wie alt sie sind, über welches Einkommen sie verfügen oder welche kulturellen Veranstaltungen sie sonst noch so besuchen.

Informationen, die allesamt helfen könnten, das Angebot noch passgenauer zu machen. Und die womöglich auch dazu dienen könnten, der Diskussion über die Finanzierung des Theaters neue Argumente zu liefern. Denn die Landkreise rund um Trier beteiligen sich derzeit nicht daran, den Jahresetat von 15,1 Millionen Euro zu stemmen. Und das, obwohl anzunehmen ist, dass ein beachtlicher Teil der Besucher jenseits der Stadtgrenzen lebt. Genaueres wird die Studie zeigen.