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Lexikon
All gudde Broutdag

FOTO: TV / Jakobs, Ralf
Rund um die Bezeichnung Brout (Brot) gibt es zahlreiche Komposita, die sich mal mehr, mal weniger auf das Nahrungsmittel beziehen. In den meisten Fällen geht es schließlich um übertragene Bedeutungen, wie auch einige unserer Beispiel im heutigen Lexikonteil zeigen. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

Broutbéier bezeichnet etwa ein obergäriges Bier.

Broutdag steht in der Bezeichnung all Broutdag für jeden Tag. Folglich ist der all gudde Broutdag der Feiertag.

Beispiel: D‘Kanner kommen all gudde Broutdag häm.

Die Kinder kommen an jedem Festtag zu den Eltern.

Broutdamp ist der Sauerteig,

Broutdar die Brotdarre, also die Hitze, welche nach Herausnahme des Brotes noch im Backofen ist und zum Dörren von Obst genutzt wird.

Ein Broutzant wird dagegen ein Kind oder Mensch genannt, der gern und viel Brot isst. Alternative Bezeichnungen sind Broutfrësser oder Broutjong.

Um zum Brot zu kommen, braucht man zunächst einen Broutdäg oder Broutdeeg (Brotteig), besteht aus dem Broutmiel (Brotmehl), gemahlen aus Broutkär/Broutkuer oder Broutfruucht, also Brotgetreide, meist Roggen oder Weizen.

Ist alles verspeist, bleibt nicht mal eine Broutgrimmel (Brotkrümel) übrig. Sonst wandert das Brot in die Broutkëscht, den Brotkasten, oder den Broutkuerf (Brotkorb).

Weitere wichtige Bezeichnungen

Der Broutgewënner ist derjenige, der im Hause für den Unterhalt der Familie sorgt, die Bezeichnung wird auch oft ironisch gebraucht. Folglich ist der Brouthär  der Chef oder Arbeitgeber. Und der Broutziedel ist ein Zeugnis oder Diplom, meist das Abschlusszeugnis, das zum Broterwerb berechtigt.

Sabine Schwadorf

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