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Finanzen
Wo der Luxemburger Staat überall mitverdient

Luxemburg. Beteiligung an 50 Unternehmen bringt 191 Millionen Euro ein. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

() Der Luxemburger Staat hat 2018 über 191 Millionen Euro aus Beteiligungen an Unternehmen erwirtschaftet. Doch in welche Firmen hat der Staat investiert – und warum? Das Finanzministerium gewährt einen Einblick. Immerhin besteht das Kapital aus öffentlichen Mitteln. Aufgrund der parlamentarischen Anfrage des CSV-Abgeordneten Serge Wilmes hat Finanzminister Pierre Gramegna offengelegt, wie hoch die Gewinnbeteiligung Luxemburgs in den vergangenen Jahren war.

Dass der Staat an der Post beteiligt ist, ist kein Geheimnis. Dank dem öffentlichen Betrieb nahm das Finanzministerium seit 2014 jedes Jahr 20 Millionen Euro ein. Aus der Sparkasse BCEE kann der Staat jährlich 40 Millionen Euro ziehen.

Interessanter sind allerdings die staatlichen Beteiligungen an Privatunternehmen. Die meisten Dividenden generiert der Staat über seine Beteiligung an der Großbank BGL. 2017 wurden dadurch satte 97 Millionen Euro in die Staatskasse gespült. Im Vergleich dazu betrugen die Dividenden von der Beteiligung an der BIL zwischen den Jahren 2014 und 2017 jährlich um die sechs Millionen Euro.

Die Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen, wie zum Beispiel dem in Luxemburg ansässigen Stahlriesen Arcelor, der Société de l’aéroport de Luxembourg (Lux-Airport), der Société Port fluvial Mertert SA oder den Energieunternehmen Enovos, Creos oder SEO sind strategischer und politischer Natur. Mit diesen Anteilen erhält der Luxemburger Staat Mitbestimmungsrecht in den Betrieben. Darüber hinaus gibt es Beteiligungen an Transportunternehmen wie etwa Cargolux, an dem Fernwärmelieferanten Sudcal, dem Eisen- und Stahl-Unternehmen Paul Wurth, an der Fluggesellschaft Luxair und der Straßenbahn Luxtram.

Die Auflistung enthält aber auch einige Kuriositäten: Das Unternehmen Lux Development SA ist aufgeführt und hat nur 2014 eine Dividende von 75 027 Euro ausbezahlt. Allerdings: Die Agentur LuxDev setzt die Entwicklungsarbeit der Regierung um. Warum deshalb 2014 überhaupt eine Dividende ausbezahlt wurde, ist vor diesem Hintergrund ohnehin verwunderlich. Weitere Kuriosität: Die Dividende von Arcelor im Jahr 2017 ist skurril – der Stahlriese zahlte in dem Jahr 6,66 Euro aus.