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Luxemburger Wirtschaft
Eine Brücke für Betriebe

So wie die Sauertalbrücke bei Langsur-Mesenich das deutsche mit dem luxemburgischen Ufer in verkehrstechnischer Sicht miteinander verbindet, so bringt die DLWI Wirtschaftspartner von beiden Grenzseiten näher zusammen.
So wie die Sauertalbrücke bei Langsur-Mesenich das deutsche mit dem luxemburgischen Ufer in verkehrstechnischer Sicht miteinander verbindet, so bringt die DLWI Wirtschaftspartner von beiden Grenzseiten näher zusammen. FOTO: Albert Follmann
Luxemburg. Die Deutsch-Luxemburgische Wirtschaftsinitiative (DLWI) setzt sich seit gut acht Jahren für einen stärkeren Austausch zwischen den Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze ein. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

Angesichts von rund 45 000 deutschen Grenzgängern, davon etwa 31 000 aus der Region Trier, die jeden Tag zur Arbeit ins Großherzogtum fahren, sollte man meinen, dass der wirtschaftliche Austausch über die Grenzen mit jedem gefahrenen Kilometer noch intensiver wird.

Doch was für Arbeitnehmer gilt, ist für viele Betriebe noch lange nicht Alltagsgeschäft. Zwar haben vor allem deutsche Handwerksbetriebe Tochterfirmen oder Niederlassungen in Luxemburg gegründet, doch sind vor allem die großen Unternehmen des Großherzogtums stark weltweit ausgerichtet. „Die Luxemburger Handels- und Industriekammern positionieren ihr Land als internationalen Standort und suchen nach Investoren aus Übersee“, sagt Ralf Britten, Präsident der Deutsch-Luxemburgischen Wirtschaftsinitiative (DLWI). Allerdings sei kein Wirtschaftsverhältnis enger und intensiver als das zwischen der Bundesrepublik und dem Großherzogtum.

Dies ist ein Grund dafür, warum die DLWI vor rund acht Jahren mit Unterstützung der deutschen Botschaft in Luxemburg und der luxemburgischen Regierung gegründet worden ist. „Die deutsch-luxemburgischen Wirtschaftsbeziehungen könnten nicht besser sein“, sagt denn auch der deutsche Botschafter in Luxemburg, Heinrich Kreft. „Und so entwickelt sich die Wirtschaft des Großherzogtums auch außerhalb des Landes in der Großregion weiter. Das ist einmalig in der EU“, lobt er. Die Vernetzung werde weiter zunehmen, ist er überzeugt, – und auch an ihre Grenzen stoßen. Da läge der Gedanke gemeinsamer grenzüberschreitender Industrie- und Gewerbeflächen im deutsch-luxemburgischen Grenzgebiet sehr nahe. Allerdings gibt Britten zu bedenken. „Die bislang geschaffenen rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler oder auf EU-Ebene reichen für diesen Schritt indes noch nicht aus“, sagt er. Ob es um die Frage der Steuerhoheit in diesen Gewerbegebieten oder etwa die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Telearbeit geht. „Es hakt an vielen Ecken. Diese Themen sind aber auch die Folge einer guten Entwicklung und der gewollten Vertiefung europäischer Integration“, sagt der DLWI-Präsident, der inzwischen rund 240 Firmenmitglieder miteinander vernetzt hat.

Und so versteht sich die Interessengemeinschaft als Brücke im deutschen Grenzgebiet, die in der Wirtschaft, aber auch in der Politik auf die Besonderheiten der deutsch-luxemburgischen Integration aufmerksam machen will. Zuletzt hat sie das bei ihren Veranstaltungen bei gut 500 Wirtschaftsvertretern geschafft (siehe Info). „Wir wollen zeigen, hier passiert etwas. Aber auch, dass noch vieles parallel läuft.“