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Migration
Erste Forderungen an künftige Regierung

Aus dem Mittelmeer gerettet:  Flüchtlinge vor der Küste Spaniens. Der luxemburgische Flüchtlingsrat hat klare Wünsche an die künftige Regierung im Großherzogtum, was die Aufnahme und Behandlung von Migranten angeht.
Aus dem Mittelmeer gerettet: Flüchtlinge vor der Küste Spaniens. Der luxemburgische Flüchtlingsrat hat klare Wünsche an die künftige Regierung im Großherzogtum, was die Aufnahme und Behandlung von Migranten angeht. FOTO: dpa / Javier Fergo
Luxemburg.

Der Nationale Flüchtlingsrat (LFR) geht aufgrund der internationalen Lage nicht davon aus, dass der Zustrom von Flüchtlingen kurz- oder mittelfristig abnimmt. Er fordert die zukünftige Regierung deshalb dazu auf, nicht in den Anstrengungen für eine gute Abwicklung dieser Immigration nachzulassen, und formuliert eine Reihe zusätzlicher Forderungen.

In Zukunft solle Luxemburg auf europäischer und internationaler Ebene Entschlossenheit bei der Verteidigung einer humanistischen Sichtweise der Flüchtlingsfrage zeigen und keine Kompromisse eingehen, die aus Europa eine unerreichbare Festung machen, so der Rat. Legale Immigrationswege sollten außerdem geöffnet und somit die Flucht über lebensgefährliche Wege verhindert werden.

Hass und Fremdenfeindlichkeit sollen auch künftig keine Chance in Luxemburg haben, so der Flüchtlingsrat, der an die Vorschläge und Forderungen erinnert, die er im Vorfeld der Parlamentswahl an die Parteien übermittelte. Hierzu gehört eine Aufnahmeprozedur, für die genügend Mitarbeiter zur Verfügung stehen und die sich an die vorgegebenen Fristen hält. Der Zugang zum Arbeitsmarkt solle erleichtert, die Kompetenzen der Asylbewerber sollten mittels eines Screening-Systems schnell identifiziert, ein breiter Informationszugang und vorbereitende Arbeitsgruppen und Praktika in Unternehmen angeboten werden. Minderjährige ohne Begleitung sollten verpflichtend einen „Tuteur“ zur Seite gestellt bekommen.

Kinder und unbegleitete Jugendliche sollten auf keinen Fall ins Abschiebezentrum („Centre de rétention“) kommen, fordert der Rat die potenziellen Koalitionäre auf.

Der Autor ist Redakteur
beim Luxemburger Tageblatt.