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Lexikon
Gutt duurch de Wanter

FOTO: TV / Jakobs, Ralf
Auch wenn der ein oder andere tatsächlich feststellen mag, dass es morgens minimal früher hell und abends ebenso wenig später dunkel wird: Es ist noch Wanter (Winter). Und so gibt es e fréie (ein früher), e spéide (ein später), e laange (ein langer), e kuurze (ein kurzer), en haarde (ein harter), e kale (ein kalter), e mëlle (ein milder), en naasse (ein nasser), en dréchene (ein trockener) Wanter. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

Über die gesamte Winterzeit hin wird als de Wanter iwwer/duurch bezeichnet. Auch möglich: de ganze Wanter. Taucht ein gewisses Phänomen jeden Winter auf, heißt es im Luxemburgischen all Wanter.

Und je kälter die Jahreszeit, desto besser sollte man sich schützen: E kritt de Wanter ëmmer eng Gripp.

Er bekommt im Winter immer eine Grippe.

Wer gut genährt ist, braucht sich keine Sorgen zu machen: Deen as gutt duurch de Wanter komm.

Der ist gut durch den Winter gekommen.

Übertragen: Der ist gut genährt.

Der ein oder andere mag bedauern, dass die Winter früher kälter waren. Der sagt dann:

Aber si keng Wënter méi wéi fréier.

Es gibt keine Winter mehr wie früher.

Wer dann doch Kälte mit ins Haus bringt, dem sagt man nach:

Dir bréngt de Wanter mat.

Und da das Wetter immer ein Thema ist, sagt der Luxemburger bei schlechter Laune auch gern:

Aacht Méint Wanter a véier Méint schlecht Wieder, dann as d‘ Jor sou lues ëm.

Acht Monate Winter und vier Monate schlechtes Wetter, dann ist das Jahr allmählich vorbei.

Wetterregeln:

waarmen Hierscht, laange Wanter

warmer Herbst, langer Winter

kee Wanter, kee Summer

kein Winter, kein Sommer

Sabine Schwadorf

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