| 14:38 Uhr

Lexikon
Séng bescht Är geluegt

FOTO: Jakobs, Ralf / TV
Auch wenn das Osterfest einige Tage vorbei ist: Angesichts vieler lautmalerischer Begriffe und Redensarten rund um das Ei, werden wir einen weiteren Teil unseres Lëtzebuergesch-Lexikons dem Nahrungsmittel widmen. Etwa: Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

E fault Ä verdierft de ganze Bräi.

Ein faules Ei verdirbt den ganzen Brei. Übertragen: Ein einziger, der sich nicht konform verhält, kann die Gemeinschaft verderben. 

Een hölt d‘Ä an e léisst d‘Hong lafen.

Wörtlich; Er nimmt sich das Ei und lässt das Huhn laufen

Übertragen: Er läßt sich einen großen Vorteil entgehen, um einen kleinen zu erhaschen.

E geet wéi op Äer.

Wörtlich: Er geht wie auf Eiern. 

Übertragen: Er hat einen trippelnden Gang.

`T kann een e ganzen Dag un engem Ä schielen.

Wörtlich: Man kann einen ganzen Tag ein Ei schälen.

Übertragen: Man kann eine Arbeit rasch, aber auch sehr langsam erledigen. 

lo hues du däin Ä geluegt fir haut.

Wörtlich: Jetzt hast du für heute dein Ei gelegt.

Übertragen: Nach einer schlechten Leistung ironische Bezeichnung.

Deen do huet séng bescht Är geluegt.

Wörtlich: Der da hat seine besten Eier gelegt.

Übertragen: Er hat seine besten Leistungen hinter sich.

Elo si méng göllen Äer all geluegt.

Wörtlich: Jetzt sind meine goldenen Eier alle gelegt.

Übertragen:  Jetzt sind meine guten Zeiten vorbei.

E géing den Hénger am léifsten d‘Äer aus dem Aasch piddelen.

Wörtlich: Er würde den Hühnern am liebsten die Eier aus dem Hintern ziehen.

Übertragene Redewendung für einenhabsüchtigen Menschen

grad eréischt aus dem Ä gekroch

wörtlich: gerade erst aus dem Ei geschlüpft

übertragen: jung und unerfahren

 E gët versuergt wéi e réit Ä.

Wörtlich: Er wird behandelt wie ein rohes Ei.

Übertragen: Er wird sehr gut behandelt.

In der Kindersprache heißt das Ei Gackli, Gackeli oder Gackelchen.

Äerdueder 

Eidotter

Äerflued 

Eierkuchen

Äerkloer

Eiweiß

Äerpaangech 

Eierpfannkuchen

Äerplausch 

Salat vom Löwenzahn

Sabine Schwadorf

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen im Buch „Luxemburger Allerlei“ von Sabine Schwadorf, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro.