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Lexikon
`T as seines Geméis

Zu den wichtigen Nahrungsmitteln gehört natürlich auch das Gemüse, luxemburgisch Geméis genannt.
Sabine Schwadorf

Geméis wird im Luxemburgischen auch verwendet, wenn man verächtlich ein Gerede oder Getue bezeichnet.

Beispiel:

`T as seines Geméis.

Er redet immer so/tut immer so.

Auch wird der Begriff Geméis als spöttische Bezeichnung für junge Leute verwendet, ähnlich wie im Deutschen:

gréngt, jongt Geméis

junges Gemüse – übertragen für junge Leute

Ebenso: zaart Geméis für

ein feines Mädchen

Schaut man sich nochmals das wörtlich verwendete grüne Gemüse an, so wird eine Mischung desselben gern in eine Geméiszopp, also Gemüsesuppe, gesteckt. Dazu gehören etwa:

Porrett/Purett

Porree, Lauch

Chou-fleur oder auch Schufflör

Blumenkohl

e Kapp Chou-fleur

ein Kopf Blumenkohl

Ierbes

Erbse

Muert oder Wuerzel

Möhre

Boun

Bohne

sowie Kabes oder Mous für

Kohl

Dabei wird Kabes eher im übertragenen Sinne verwendet, während der Mous eher auch für die Abgrenzung der einzelnen Kohlsorten benutzt wird.

Etwa: gréng Mous

grüner Kohl und Wirsing

gekrauselt Mous

Wirsing

sauer Mous

Sauerkraut

séisst Mous

gekochter Weißkohl

In den kommenden Wochen wollen wir die einzelnen Gemüsesorten dann spachlich genauer unter die Lupe nehmen.

Sabine Schwadorf

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen im Buch „Luxemburger Allerlei“ von Sabine Schwadorf, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro

FOTO: TV / Jakobs, Ralf