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Tausende Schüler demonstrieren in Luxemburg

Luxemburg. Schüler und Studenten haben am Freitagmorgen in Luxemburg massiv gegen die geplante Reform der Studienbeihilfen demonstriert. Mehr als 17.000 Schüler sollen sich laut Streikkomitee an den drei Demonstrationszügen beteiligt haben. Die Polizei spricht von 10.000 Teilnehmern. Tageblatt.lu

An gleich drei Sammelpunkten hatten sich die Schüler zu Demonstrationszügen zusammengefunden: am Campus Geesseknäppchen, auf dem Glacis und auf dem Bahnhofsvorplatz. Allein vor dem Bahnhof, wo Schüler und Studenten aus den anderen Landesteilen eintrafen, zählte die Polizei zu Beginn der Kundgebung 4.000 Teilnehmer.

"Weem seng Bildung, eis Bildung", riefen die Schüler. "Weem seng Strooss? Eis Strooss". Begleitet wurde der Demonstrationszug von lautem Pfeifengetöse und Sirenen. Aus Limpertsberg kamen laut Polizei knapp 3.500 Demonstranten.

Gegen elf Uhr hatten die Schüler und Studenten den Platz Clairefontaine fest in der Hand. Der Platz werde sich wohl als zu klein erweisen, hatte zuvor eine Teilnehmerin via Kurznachrichtendienst Twitter gemeldet.

"Es geht um unsere Zukunft"

In kurzen Ansprachen unterstrichen die Vertreter einzelner Schüler- bzw. Studentenorganisationen, warum sie an diesem Tag auf die Straße gegangen seien. Es sei einfach, für Kürzungen zu stimmen, die Deputierten seien nicht mehr an der Universität, sagte Kevin Lopez von der nationalen Schülerkonferenz (Cnel). "Es geht um unsere Studien, um unsere Zukunft, unser Leben." Werde die Reform so umgesetzt, werde nicht mehr jeder Schüler in Zukunft studieren können.

Pol Reuter von der Unel hob einen der Kritikpunkte am Reformentwurf von Unterrichtsminister Claude Meisch (DP) hervor. Die Mobilitätsklausel diskriminiere die Kinder von Grenzgängern, die in ihrem eigenen Land studieren. Wer beispielsweise in Thionville wohne, in Paris studiere, der gehe bei diesem Teil der Börse leer aus.

Gesprächsbereit

Die Schüler und Studenten zeigten sich am Freitag weiterhin gesprächsbereit. Genauso Schulminister Claude Meisch, der ihre Vertreter zu einem Gespräch am Freitag empfangen wollte. Man werde jedoch nicht hingehen, sagte Pol Reuter (Unel) Tageblatt. Zuerst wollen sich die Streikorganisatoren am 5. Mai über das weitere Vorgehen beraten.

Meisch selbst will sich auch weiterhin der Kritik stellen. Am kommenden Montag beteiligt er sich auf Chamber-TV an einem Streitgespräch mit seiner Vorgängerin im Amt, Martine Hansen (CSV).

Das Streikbündnis wurde von der Unel, der LUS, Richtung22, JSL, Jonk Lénk, JCL, Jonk Piraten und von den Schülerkomitees LGE, LGL und LCD getragen. Gegen das Gesetzprojekt 6670 haben sich auch Acel, déi jonk gréng, LCGB, OGBL, Piratepartei und die CSL ausgesprochen.