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Theater-Welten

Luxemburg. Biblische TragödieSchöne junge Witwe köpft den Hauptmann der gegnerischen Belagerer, nachdem sie ihm zunächst Liebe vorgespiegelt hat. Das ist die Kurz-Version.

In Friedrich Hebbels Drama "Judith" werden daraus fünf Akte, in Andreas Kriegenburgs Inszenierung drei Stunden pralles Theater. Natürlich mit Anklängen an heutige Kriege, mit drastischen Bildern und brillanten Schauspielerleistungen. Letzten März war die Premiere am Deutschen Theater Berlin, am 27. und 28. Februar gastiert die Produktion im Grand Théâtre.
Griechisches Drama
Was für eine mörderische Situation: König Idomeneo, mit seiner Flotte in schwere See geraten, hat den Beistand der Götter erfleht und im Gegenzug versprochen, den erstbesten Menschen zu opfern, der ihm nach erfolgreicher Landung begegnet. Nur dass das ausgerechnet sein Sohn Idamante ist. Wolfgang Amadeus Mozart hat daraus eine geniale "Opera seria" gemacht, das Grand Théâtre zeigt sie am 12. und 14. März.
Amerikanischer Thriller
Es war das vielleicht größte Medienduell aller Zeiten: Der amerikanische Ex-Präsident Richard Nixon ließ sich - nach drei Jahren eisernen Schweigens, die seiner Amtsenthebung folgten - auf eine Interview-Serie mit dem britischen Moderator David Frost ein. Aus der erhofften Selbstdarstellung wurde nichts: Am Ende hatte sich Nixon förmlich um Kopf und Kragen geredet. Peter Morgan und Michael Bogdanov haben aus dem Showdown den Theater-Thriller "Frost/Nixon" gemacht, der auch verfilmt wurde. Mit Volker Lechtenbrink als Nixon und Michael Ehnert als Frost ist er am 25. und 26. März im Théâtre national zu sehen.
Berliner Experiment
Das Berliner Theater RambaZamba zeigt immer wieder, dass integrative Produktionen mit behinderten und nichtbehinderten Darstellern spannende und hochwertige Unterhaltung bieten können. Zwei RambaZamba-Musiktheaterstücke kommen im März ins Grand Théâtre: Am 27. März ist "Liliths Return" zu sehen, ein Stück, das die biblische Schöpfungsgeschichte aus Frauensicht neu interpretiert, am 29. März folgt "… und sind wir selber Götter", eine Umsetzung von Schuberts Wintererreise. DiL