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Menschen
Wirbel um Fernseh-Bauer Guy

Luxemburg/Niederfeulen. Luxemburger RTL-Show-Kandidat blamiert sich: Zuerst versetzt er seine Flirt-Damen, dann kandidiert er auch noch für die rechte ADR bei der Parlamentswahl. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

() Er hofft auf die Liebe seines Lebens, doch Guy Arend sorgt derzeit in Luxemburg und bei den deutschen Fernsehfans der Kuppel-Show „Bauer sucht Frau“ für Wirbel. Und das eher im negativen Sinn. Denn der 45-jährige Haupterwerbslandwirt mit 140 Hektar Grün- und Ackerfläche, 300 Rindern, zwei Pferden, einem Hund und zehn Katzen aus der Region Diekirch hat sich selbst zum Unsympathen gemacht.

Beim Scheunenfest der letzten Sendung hat er gleich drei Damen, die ihm eindeutige Avancen gemacht haben und zum Flirt bereit waren, versetzt mit den Worten: „Ich nehme keine mit auf den Hof.“ Denn dort sollte die Kennenlernparty ihre Fortsetzung bekommen. Stattdessen versetzte er die Fahrkarten-Kontrolleurin, die Krankenhaus-Angestellte und die Bürokauffrau, um sich Erzieherin Kathrin zu angeln, die zunächst für Guys Mitkandidat Claus vorgesehen war.

Und als wäre dies nicht genug des Wirbels um Guy, ist der Bauer aus dem Ösling zudem Parteimitglied und Parlamentskandidat gewesen für die Chamberwahlen am vergangenen Sonntag für die rechtskonservative Luxemburger ADR (Alternativ Demokratesch Reformpartei).

„Inka (für Moderatorin Inka Bause), du hast einen Rechtspopulisten im Stall!“ titelte denn auch prompt die Bild-Zeitung, um auf die Parteizugehörigkeit des Bauern aufmerksam zu machen. „Bei ,Bauer sucht Frau’ geht es alleine um die Liebe“, lässt denn auch schnell RTL verkünden, um zu betonen, dass Guys politischer Ausrichtung in der Sendung kein Platz eingeräumt werde. Die ADR sei eine legale Partei in einem demokratischen Land und damit kein Hinderungsgrund, den Luxemburger vom möglichen Liebesglück auszuschließen. „Auch politisch aktive Bauern können bei der Sendung mitmachen“, heißt es. Die ADR und Bauer Guy sehen den Trubel gelassen. So ließ die Partei, die sich gegen das Ausländerwahlrecht in Luxemburg stemmt, Luxemburgisch zur ersten Amts- und Nationalsprache machen will und katholisch-fundamentalistisch argumentiert, verlauten, dass sie sich nicht in das Privatleben der Mitglieder einmische. Arend selbst will „mit rechts nichts zu tun haben“, sagte er RTL.de. Er setze sich dafür ein, dass sich die Menschen integrierten und mehrere Sprachen sprechen.

Bei den Parlamentswahlen am vergangenen Wochenende kamen die Rechtspopulisten von der ADR auf rund zehn Prozent, Bauer Guy selbst kam auf seiner Liste auf den dritten Platz. Ob er auf den Spitzenplatz bei seiner Wunschfrau Kathrin klettern wird, muss sich dagegen erst noch zeigen. Zwei Luxemburger scheinen jedoch bereits ihr Liebesglück bei „Bauer sucht Frau“ gefunden zu haben. So hat Landsfrau Danielle (51) sich in der aktuellen Staffel in den Hunsrücker Landwirt Christian verguckt und diesen von sich überzeugen können. Und Namensvetter Guy Wester hat 2013 mit seiner Victoria nicht nur die Liebe seines Lebens gefunden. Nach der Heirat 2015 kam 2017 Töchterchen Charlotte zur Welt.