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8000 Besucher auf der Öko-Messe in Trier.

Handwerk : Mit dem Handwerk in Richtung Zukunft

Der Erfolg hält an: Auch die 20. Auflage der Ökomesse in der Trierer Messehalle war für Aussteller wie Besucher erfolgreich. Rund 8000 Besucher haben sich informiert, 140 Aussteller haben beraten.

Handwerk ist nicht nur Kelle, Säge oder Schieferhammer, sondern mittlerweile CAD-Programme, Apps und Drohnen: Wie sich das Handwerk verändert hat und welche Chancen es für moderne Häuser, Altbausanierung und persönlichen Komfort bietet, hat die Ökomesse in den Trierer Messehallen eindringlich gezeigt. Von Infrarotheizungen über intelligente Toilettensysteme bis hin zum Einsatz von Flugdrohnen im Dachdeckerhandwerk haben die unterschiedlichsten Gewerke aus der Region Trier ihr Können unter Beweis gestellt. Dachdecker, Stuckateure und Steinmetze haben den Besuchern am Stand in ihrem Metier gewerkelt und Arbeitsproben angefertigt. „Wir wollen einfach zeigen, dass wir mehr machen als verputzen, sagt Pasquale Buccio aus Butzweiler von der Stuckateur-Innung Trier-Saarburg. Zwei seiner Mitarbeiter, darunter sein Sohn, zeigen anhand von Elementen eines Herrenhauses von der Mosel, wie das Gewerk mit dem Bauherrn und der Denkmalpflege gemeinsam zusammenarbeitet.

Markus Berg von Berg Dach + Schiefer aus Erden an der Mosel ist nicht nur Preisträger des Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege, sondern auch ein Technikfan und frischgebackener Obermeister des Innungsbezirks Bernkastel-Wittlich. Mit seiner Drohne hat er nicht nur moderne Technik in seinen Dachdeckerbetrieb gebracht. Er hat auch eine eigene App entwickelt, mit der er vom Aufmaß über die Angebotsanpassung und die Arbeitszeiterfassung quasi überall und jederzeit arbeiten, bestellen und kommunizieren kann. „Die neue Technik ersetzt nicht mich und meine Arbeit, sondern trägt dazu bei, dass ich mein Handwerkszeug, den Schieferhammer, häufiger benutzen kann“, sagt Markus Berg.

Ein Argument, das Axel Bettendorf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Trier, gern zur 20. Auflage der Ökomesse aufgreift. „Wir können nur allen Interessierten sagen: Kommt ins Handwerk! Nicht nur, dass das Handwerk angesichts des Fachkräftemangels offensichtlich goldenen Boden hat. Hier gibt es die modernste Technik und das nachhaltigste Angebot für Verbraucher“, sagt er. Das, was die Jugendbewegung Fridays for Future fordere, sei Tradition im Handwerk: „Wir reparieren noch aktiv, für uns ist Nachhaltigkeit noch gelebte Tradition“, sagt Bettendorf.

Dieter Buch. Foto: Sabine Schwadorf
Martin und Jochen Floss (von links). Foto: Sabine Schwadorf
Julian Kröschel. Foto: Sabine Schwadorf
Simone Lorig und Edgar Müller. Foto: Sabine Schwadorf

Für Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der die Messe miteröffnete, ist die 20. Öko-Auflage ein Kompliment für das regionale Handwerk. „das Handwerk entwickelt sich weiter und bleibt bestehen“, sagt Leibe. Mit der Ausweisung von Flächen für Photovoltaik, Windparks oder Gewerbe könne die Verwaltung ihrerseits etwas dafür tun, die Wirtschaft zu unterstützen, sagt Triers oberster Bürger und verweist auf die neue Wohnungsbaugesellschaft, die Ausweitung von Gewerbeflächen in Trier-Euren, Investitionen für Immobiliensanierung und die Energieversorgungsprojekte innerhalb der Region.