Achtung: Keine unsicheren Abos in Sozialen Medien abschließen!

Verbraucher : Kostenfallen bei Handy und E-Book

Verbraucherschützer warnen anlässlich des heutigen Safer Internet Days.

() Anlässlich des heutigen Safer Internet Days warnen Verbraucherschützer vor zunehmender Abzocke und Kostenfallen in sozialen Netzwerken. So warnt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vor schwarzen Schafen auf Facebook und Instagram. Mit haltlosen Versprechen preisten sie E-Book-Ratgeber für junge Eltern an. Per Link leiteten die vermeintlich seriösen Social-Media-Profile auf unseriöse Webseiten mit Abofallen.

Zu schön klingt für Eltern das Versprechen des jungen Mannes oder der angeblichen Kindergärtnerin. Auch sie hätten kaum Schlaf bekommen, weil sich das weinende Baby nicht beruhigen lassen wollte. Doch seit sie die Profi-Tipps aus den E-Books anwenden, sei das Problem verschwunden. Wer den Link anklickt, landet auf Webseiten wie baby-endlich-schlafen.de oder endlich-windelfrei.de. Wer dort Ratgeber-E-Books bestellt, tappt unwissentlich in eine Abofalle, warnt die Verbraucherzentrale. Auf der Kreditkartenabrechnung finden sich statt einer einmaligen Abbuchung von einem Euro monatliche Belastungen von 37 Euro. „Der Hinweis war so versteckt, dass Verbraucher ihn kaum wahrnehmen konnten“, sagt Maximilian Heitkämper von der Verbraucherzentrale. „Derartige Geschäftspraktiken sind rechtswidrig.“ Denn Webseiten-Betreiber seien verpflichtet, Kosten und Laufzeit transparent und gut lesbar zu platzieren. Schwarze Schafe seien auf Social Media Plattformen aktiv und nutzen die Notlage und Gutgläubigkeit junger Eltern gezielt für Abzockmaschen aus, warnen die Verbraucherschützer. „Finger weg von verführerischen Lockangeboten“, sagt Heitkämper.

Facebook, YouTube und andere soziale Medien seien schnelle, effektive Mittel, um mit „unwiderstehlichen” Deals zu werben, warnt auch das Europäische Verbraucherzentrum (CEC/EVZ) in Luxemburg. Jedoch nutzten einige Unternehmen dies aus. Immerhin wurden laut einer aktuellen Studie der EU-Kommission 56 Prozent der EU-Verbraucher in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Betrugsfällen, hauptsächlich durch sogenannten „Kaufbetrug“. Dabei würden Verbraucher in Abo-Fallen gelockt oder zum Kauf von Produkten verleitet, die gefälscht sind oder nicht existieren, teilt das EVZ Luxemburg mit.

Folglich startet das EVZ in diesem Monat eine spezielle Social-Media-Kampagne, die Verbraucher im Laufe des Jahres für zwölf wichtige Verbraucherthemen sensibilisieren soll. „Wenn Verbraucher sich an uns wenden, fehlen oft die Beweise, die auf einen Verstoß hindeuten würden. Dies ist ein Problem. Darauf wollen wir uns mit dieser Kampagne konzentrieren“, sagt Karin Basenach, Direktorin des EVZ Luxemburg. Folglich sollten Verbraucher mutiger sein und Screen Shots der Seiten an das EVZ zur Prüfung schicken.

Wer ungewollt ein Abonnement abgeschlossen hat, findet Hilfe bei der
Verbraucherzentrale unter
www.verbraucherzentrale.de/beratung

Bei Fragen zum europäischen Verbraucherschutz oder bei grenzüberschreitenden Verbraucherstreitigkeiten ist das EVZ Luxembourg erreichbar unter Telefon 00352-268464-1 oder per E-Mail an: info@cecluxembourg.lu