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Apfelbäume für kleine Grundstücke

Apfelbäume für kleine Grundstücke

Die Bedürfnisse an Obstgehölze haben sich mit heutigen Wohn- und Arbeitsverhältnissen geändert. Auf das Vergnügen selbst gezogener Äpfel muss man im begrenzten Raum dennoch nicht verzichten. Vielversprechender als Säulenobst sind Spindelbäume.

Trier. "Wildling von Junglinster" - das sei doch kein Name für einen so schönen Apfel, befand der luxemburgische Baumschulbesitzer Feith Ende der 1930er Jahre. Ein Schuster hatte das wohlschmeckende Gehölz im Wald gefunden. Feith taufte die Nachzucht um und brachte den breitkronigen Hochstamm als "Triumph von Luxemburg" in den Handel. Die heutige Marketing-Strategie setzt auf "Ballerinas". Mit dem Säulenobst reagiert der Handel auf die Bedürfnisse nach Fruchtgehölzen auf engstem Raum. Doch die nur 30 Zentimeter breiten und maximal drei bis vier Meter hoch werdenden Säulenbäume sind nicht unumstritten. In Forschungsbetrieben des Obstbaus hat sich gezeigt, dass sie oftmals in ihre ursprüngliche Baumform zurückkehren wollen. Das Obst zeigte sich anfälliger für Krankheiten, die Früchte waren oft schlechter lagerfähig. Hier sieht man die Zukunft in Spindelbäumen.
Ein Apfelbaum auf schwachwüchsiger Unterlage benötigt etwa einen Quadratmeter Pflanzraum. Die Krone erreicht einen Durchmesser von zwei bis zweieinhalb Metern. Wo weniger Platz zur Verfügung steht, können Spindelbäume problemlos als Spalier gezogen werden. Ein Spindelbaum wird 15 bis 20 Jahre alt und bringt bereits im zweiten Jahr nach der Pflanzung Früchte. Dazu benötigen Apfelbäume einen Befruchter in ihrer Nähe. Das kann auch ein Zierapfel sein. Ein guter Pollenspender ist die dekorative Zierapfelsorte Evereste.
Im Container können Obstbäume ganzjährig gepflanzt werden, solange der Boden frostfrei ist. Dennoch bleibt der Herbst die beste Pflanzzeit für die meisten Obstgehölze. Dazu hebt man die Pflanzgrube mindestens doppelt so breit und tief aus, wie der Wurzelballen groß ist. Untergrund mit einer Grabgabel gut lockern. In der Anwachsphase gibt ein Pflanzpfahl dem Jungbaum Halt. Er wird in Hauptwindrichtung, also meist westseitig, etwa einen halben Meter tief in den Boden gerammt. Vor dem Pflanzen des Baumes, kann man das Loch mit einer Gießkanne voll Wasser füllen. Während des Pflanzens verzichtet man besser auf ein Einschlämmen. Es betoniert die Bäume in Kombination mit dem späteren Antreten der Erde eher ein und behindert das Wurzelwachstum. Den Baum stellt man mittig in das ausgehobene Loch, und füllt den Erdaushub wieder ein. Dabei rüttelt man das Gehölz leicht, so dass die Erde alle Hohlräume im Wurzelbereich füllt. Sitzt der Baum in der Erde, tritt man ihn um den Stamm herum an. Erst jetzt wird eingeschlämmt. Droht Wurzelfraß durch Wühlmäuse, pflanzt man in Drahtkörbe aus 13 Millimeter Sechseck-Drahtgeflecht.
Gegen Wildverbiss und vor Frostschäden schützen Baumspiralen. Der Bereich des Kronenschattens um den Baum, die Baumscheibe, sollte in den ersten Jahren frei gehalten werden. Gras und Unkraut konkurrieren mit dem jungen Baum um Wasser- und Nährstoffe. Nicht selten unterliegen frisch gepflanzte Bäume diesen "Wildlingen im Unterholz". Wer die im wahren Sinn des Wortes Großartigkeit einer Streuobstwiese mit ihren imposanten Hochstämmen bewundern will, findet im ObstArtWeg Wehlen (Kreis Bernkastel-Wittlich) einen geeigneten Rundgang. Der mit Erläuterungen zum Wesen der traditionellen Obstkultur in der Großregion Trier bestückte Weg führt durch ein Naturschutzgebiet. Weitere Informationen im Internet unter www.wehlen.de/obstartweg.html Obst in allen Variationen zeigt der Garten der Aromen im benachbarten Lothringen. Der Projektgarten innerhalb des Netzwerkes "Gärten ohne Grenzen" hat noch bis zum 31. Oktober von Mittwoch bis Montag von 10-19 Uhr geöffnet. Les jardins frutiers, 4 rue Bourger et Perin, F-57530 Laquenexy, www.jardinsfruitiersdelaquenexy.com