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Bald ist Zeit für den Rosenschnitt

Damit die Rosen in dieser Saison reichlich blühen, werden sie von März bis April geschnitten. TV-Foto: Kathrin Hofmeister
Damit die Rosen in dieser Saison reichlich blühen, werden sie von März bis April geschnitten. TV-Foto: Kathrin Hofmeister
In Eifel und Hunsrück dauert die Winterruhe der Rosen wetterbedingt etwas länger als im milden Moselraum. Und auch die Schnittmethoden können sich von Rosenfreund zu Rosenfreundin unterscheiden. Schneiden aber muss der Gärtner die Rosen nach dem Winter. Dabei hilft ein Praxiskurs im Nells Park in Trier. Von unserer Mitarbeiterin Kathrin Hofmeister

Trier. Normalerweise ziehen rauschende Blüten, verführerischer Duft und eine Schwärmerei für die Königin der Blumen Rosenfreunde in den Trierer Nells Park. Am 16. März ist es anders. Da heißt es, mit kaltblütigem Herz und scharfer Schere zu kommen. Es geht um den Rosenschnitt nach dem Winter (siehe Extra). Der regt das neue Wachstum an. Im Fachjargon spricht man von schlafenden Augen - das sind die Wachstumspunkte an den Trieben, aus denen sich Blatt und Blüte entwickeln, die aus ihrer Winterruhe erwachen.

Forsythienblüte als Startsignal



In Höhenlagen dauert der Winterschlaf länger. Wegen Spätfrostgefahr beginnt man in Hunsrück und Eifel daher später mit dem Schnitt als im milden Moselklima. Das Startsignal gibt die Forsythie. "Erst wenn sie blüht, sollte man die Rosen schneiden", sagt Leonie Schuh, Vorsitzende der Rosenfreunde in der Großregion Trier. Dann stimmten die Luft- und die wichtige Bodentemperatur.

Ein bisschen mag es Typenfrage sein, ob man zu den "Stark- oder Schwachschneidern" zählt. Wissen muss man, dass Rosen umso stärker austreiben, je weiter sie zurückgeschnitten werden. Das Klima spielt eine Rolle: Im Weinbauklima muss weniger kräftig zurückgeschnitten werden als in rauen Lagen. Eine grundsätzliche Regel lautet: Halte die Schnittfläche so klein wie möglich und so schräg wie nötig! Kleine Schnittflächen bieten wenig Angriffsfläche für Krankheitskeime. Auf leicht schrägen Flächen fließt Wasser besser ab.

Geschnitten wird über einem möglichst nach außen gerichteten Auge. Das verhindert, dass zu viele Triebe nach innen wachsen. In einer verfilzten Rose nehmen Beschattung und Feuchtigkeitsstau zu. Die Pilzgefahr steigt. Der Schnitt ist eine sinnvolle Vorbeugungsmaßnahme. Alles alte, erfrorene und kränkliche Holz wird beseitigt. Im Detail richtet man sich nach den Rosengruppen:

Beet- und Edelrosen nimmt man auf ein Drittel ihrer natürlichen Höhe zurück. Stark wachsende Sorten auf fünf bis sieben Knospen zurückschneiden! Schwach wachsende Sorten darf man ruhig etwas kräftiger - auf drei bis vier Augen - zurücksetzen. Entsprechend viele Triebe bleiben stehen. Bei einer schwachwüchsigen nimmt man alle dünnen Triebe bis auf die drei kräftigsten weg.

Spezieller Schnitt für Strauchrosen



Strauch- und Kleinstrauchrosen werden nur ausgelichtet. Bei einmal blühenden Strauchrosen kann man getrost ganz auf den Frühjahrsschnitt verzichten. Es sei denn, die Haupttriebe sind so lang, dass sie bei starkem Wind brechen könnten. Dann schneidet man ein Drittel ihrer Höhe zurück. Öfter blühende Strauchrosen werden alle vier bis fünf Jahre von alten, kräftigen Grundtrieben befreit. Geschnitten wird auf Form. Äußere Triebe auf etwa fünf Knospen einkürzen! Altes Holz dagegen entfernt man immer am Boden.

Alle toten und erfrorenen Triebe herauszunehmen gilt auch für Kletterrosen. Öfterblühende Kletterrosen blühen am ein- und mehrjährigen Holz. Das bedeutet, dass man sie von der Kletterhilfe löst, ein paar unproduktiv gewordene Haupttriebe entfernt, die Seitentriebe auf drei Knospen einkürzt und sie fächerartig wieder anbindet.

Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie uns! Die für alle Hobbygärtner spannend sten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten

Extra Am 16. März bieten die Rosenfreunde Trier in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt in den Rosenanlagen im Nells Park in Trier von 14 bis 16 Uhr einen öffentlichen Schnittkurs an. Treffpunkt ist am Haupteingang des Parks. Nach einer kurzen theoretischen Einführung wird an allen Rosengruppen von Bodendecker bis Kletterrose und von modernen bis alten Rosen der richtige Schnitt praktisch geübt. Interessierte bringen ihre Rosenschere und Fragen mit. Infos zur Gesellschaft der Rosenfreunde unter www.rosenfreunde-trier.de