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Bauchweh am Schulanfang muss keine Einbildung sein

Bauchweh am Schulanfang muss keine Einbildung sein

Psychosomatische Schmerzen sind keine Einbildung, sondern echte körperliche Beschwerden, die aber keine fassbare organische Ursache haben. Sie standen im Mittelpunkt des Lesertelefons, das der Trierische Volksfreund in Kooperation mit Fachmedizinern anbietet.

Trier. Hier eine Auswahl der vielen Fragen, die die Experten bei unserer Telefonaktion beantwortet haben. Unser zehnjähriger Sohn klagt in letzter Zeit jeden Morgen über Übelkeit und Bauchweh. Er besucht seit kurzem die fünfte Klasse - kann da ein Zusammenhang bestehen?Dr. Annegret Seider: Wie Sie sagen, hat er ja am Wochenende keinerlei Beschwerden: Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich hier um psychosomatische Beschwerden aufgrund des Schulwechsels handelt. Das heißt nicht, dass er sich die Beschwerden lediglich einbildet oder vorspielt, sondern er leidet wirklich darunter. Zur Sicherheit sollte er vom Kinderarzt untersucht werden, um körperliche Ursachen auszuschließen. In der Regel verschwinden die Beschwerden aber wenige Wochen nach Einschulung oder Schulwechsel.Meine Tochter ist magersüchtig und hat schon sehr stark abgenommen - sie weigert sich allerdings, sich behandeln zu lassen. Was soll ich machen, ohne unser Verhältnis zu stören?Dr. Annegret Seider: Eine Anorexie ist eine ernsthafte Erkrankung, die tödlich enden kann. Darum sollte notfalls auch gegen den Willen der Patientin eine Behandlung erfolgen, wenn sie schon stark abgenommen hat. Besser wäre, die Tochter zur freiwilligen Teilnahme zu motivieren - je früher eine Behandlung begonnen wird, desto besser. Ohne professionelle Therapie kann man die Krankheit nicht heilen.Ich ziehe mich stark zurück und habe Schwierigkeiten, meinen Alkohol- und Nikotinkonsum sowie mein Essverhalten zu steuern. In der Vergangenheit wurde bei mir auch eine psychotische Erkrankung diagnostiziert.Dr. Katharina Lemberg-Lichterberg: Ich empfehle Ihnen eine Kombination aus psychotherapeutischer Gesprächstherapie und einer spezifischen Suchtbehandlung. Dazu wird eine ambulante Therapie kaum ausreichen, so dass ich Ihnen eher eine stationäre Therapie empfehlen möchte. Um an eine entsprechende Einrichtung vermittelt zu werden, wenden Sie sich zunächst an Selbsthilfegruppen für Suchtprobleme wie etwa die Anonymen Alkoholiker (0651/19295), die Tür (0651/170360) oder den Kreuzbund (0651/30330).Ich wurde nach einem Bandscheibenvorfall an der Wirbelsäule operiert, die Schmerzen wurden danach aber eigentlich nur noch schlimmer und quälen mich inzwischen praktisch dauernd, so dass mein ganzes Denken und Leben nur noch darum kreist. Sowohl mein Privat- als auch mein Berufsleben leidet stark darunter.Dr. Werner Schaan: Versuchen Sie, die Schmerzen aus dem "Scheinwerfer" Ihrer Aufmerksamkeit zu bekommen: Dazu sollten Sie zunächst noch einmal mit einem Schmerztherapeuten sprechen, um gegebenenfalls eine neue Therapie einzuleiten. Weiterhin sollten Sie trotz der Schmerzen versuchen, weiterhin in Bewegung und aktiv zu bleiben: Pflegen Sie Ihre Hobbys und Kontakte und machen Sie vielleicht auch eine Gesprächstherapie, die Ihnen hilft, diesen Weg auch zu gehen!